Bundesgolddorf Wiesenfeld will es noch einmal wissen

Halt am Dorfbrunnen: Die Kommission Unser Dorf mit Sigrid Göbel (vorne rechts) an der Spitze sah sich am Mittwoch in Wiesenfeld um. Rund 70 Menschen aus dem Ort begleiteten sie durch den Ort. Foto: Biedenbach

Wiesenfeld. Als lebendiges Dorf mit aktiver Gemeinschaft haben sich die Wiesenfelder am Mittwoch der Kommission Unser Dorf präsentiert. Dass sie den Titel Bundesgolddorf, den sie 1993 errungen hatten, verteidigen wollen, das machten sie bei einer Präsentation am Anfang scherzhaft klar.

Bürgermeister Lothar Koch stellte Wiesenfeld als den mit 289 Einwohnern kleinsten Ortsteil der Gemeinde vor, der allerdings bei Eigenleistung einer der größten sei. Beispiele bekam die Kommission dann zu sehen bei einer Power-Point-Präsentation, vorgeführt von Karl-Hermann Völker, und beim Rundgang, geleitet von Ortsvorsteher Günter Beck. Die Liste reichte von der Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses und der Gestaltung des Vorplatzes bis zu Renovierungsarbeiten am Brunnen und zu den Pflegearbeiten der Naturschutzgruppe in der Wiesenfelder Gemarkung.

Sorge wegen Umgehung

Deutlich machten die Wiesenfelder auch ihre Sorge, dass das Dorf durch den Bau der Ernsthäuser Umgehung auf drei Seiten von der B 252 „eingeschnürt“ werde.

16 Vereine und Gruppen setzen sich in Wiesenfeld für das Allgemeinwohl ein. Frauen pflegen den preisgekrönten Kräutergarten an der mittelalterlichen Johanitterkirche. Der Jugendposaunenchor spielt Geburtstagsständchen für ältere Einwohner. Der Jugendclub organisiert Osterfeuer und den Getränkeverkauf bei der Dorfwanderung. Der Heimat- und Kulturverein hält die Erinnerung an das hugenottische Erbe wach. Freiwillige aus dem Ort sorgen dafür, dass die Dorfschänke im DGH jeden Freitagabend geöffnet hat. Die Feuerwehr hat 20 Aktive.

Besucher aus der Region lockt der Ort mit dem Kräutemarkt an. Und im Blick stehen wird er auch bei der Eröffnung des hessischen Teil des Hugenotten- und Waldenserpfades.

Die Geschichte spielt eine große Rolle. Das Motto für die Teilnahme an dem Wettbewerb Unser Dorf lautet: ein hugenottisches Dorf für und mit allen Generationen.

Ein Motto, dass der Kommissionsvorsitzenden Sigrid Göbel vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung gefiel: „Damit haben Sie den Sinn des Wettbewerb erfasst“, sagte sie. Denn es gehe darum, die Orte lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten.

Mit 16 Kinder unter sechs Jahren ist auch für Nachwuchs gesorgt. Neubürger begrüßt der Ort künftig mit einer Dorfbroschüre.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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