30-Jährige wegen Tötung der Mutter vor Gericht

Tochter erweitert ihr Geständnis

Marburg. Am dritten Verhandlungstag vor dem Marburger Landgericht hat die 30-jährige Frau aus Wetter, die im September 2010 ihre Mutter getötet hat, ihr Geständnis erweitert. Sie räumte ein, dass es sein könne, dass sie die 56-Jährige erdrosselt habe.

Wie berichtet, hatte die Angeklagte zu Prozessbeginn gestanden, ihre Mutter getötet zu haben. Allerdings habe sie sie nur mit einem hölzernen Werkzeug geschlagen. Dann sei die 56-Jährige tot gewesen. Die Rechtsmedizinerin hatte die Schläge als Todesursache ausgeschlossen. Vielmehr sei das Opfer erstickt, nachdem ein kantiger Gegenstand gegen ihren Hals gedrückt worden sei. Das streitet die Tochter nun nicht mehr ab. Sie könne sich aber an den genauen Hergang nicht erinnern.

Zur Vermutung der Nebenklage, die Angeklagte habe das Werkzeug nicht wie angegeben zufällig im Flur gefunden, sondern mit Tötungsabsicht zuvor aus dem Keller geholt, äußerte sie sich nicht. Hier bleibe man bei der bisherigen Darstellung, so der Verteidiger. Angeklagt ist Totschlag. Die Nebenklagevertreter, die die Schwester der Angeklagten vertreten, hatten angedeutet, dass sie auch Mord für denkbar halten.

Wie bereits mehrere Zeugen, berichtete eine weitere Zeugin von einem schwierigen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Sie schilderte einen Vorfall, der sich vier Tage vor der Tat abgespielt hatte. Die damals 29-Jährige sei völlig aufgelöst zu ihr gekommen. Die Mutter habe sie nicht in das Haus gelassen, wollte dass sie ausziehe. Gleichzeitig habe sie jedoch die Herausgabe persönlicher Gegenstände verweigert.

Die Zeugin sei dann zu ihrer Bekannten gegangen, um einiges abzuholen. „Sie war erst freundlich, dann schlug die Stimmung plötzlich um, weil ich für die Tochter eingesetzt habe“, schilderte die Zeugin. Als sie einige Sachen eingepackt habe, hätte die Mutter plötzlich Weinkrämpfe bekommen und gesagt, dass sie in ihrer Kindheit keine Liebe empfangen habe, und deshalb ihren Töchtern auch keine geben könne. Im Gegensatz zur Mutter, die sie als launisch beschrieb, war die Tochter laut Zeugin ein ausgeglichener Mensch. Sie habe gerne gelacht, gemalt und musiziert.

Am 24. September hatte die Mutter die Tochter nach deren Angaben wüst beschimpft. Deshalb habe die Angeklagte zugeschlagen, damit die Frau ruhig war. (kse)

Quelle: HNA

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