Battenberg

Todesdrohung per SMS

- Battenberg (md). Gegen die Auflage, 100 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen, stellte das Amtsgericht Frankenberg das Verfahren gegen einen 23 Jahre alten Allendorfer vorläufig ein. Ihm war Bedrohung vorgeworfen worden.

In der Silvesternacht von 2008 auf das Jahr 2009 war es in Battenberg zwischen verschiedenen jungen Männern zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen. Die waren aber nicht Gegenstand des Verfahrens, das am Donnerstag im Frankenberger Amtsgericht stattfand. Im Mittelpunkt der Gerichtsverhandlung stand vielmehr die Bedrohung, die ein 23 Jahre alter Mann per SMS einige Stunden nach der Prügelei an den Bruder eines der Beteiligten geschickt hatte. Darin stand am 1. Januar 2009 um 5.51 Uhr: „Sorry, aber Deine ganze Familie wird sterben.“ Der an den Auseinandersetzungen irgendwie beteiligte Bruder brachte das Handy daraufhin zur Polizei. Vorwurf: Bedrohung.

Während sich der Angeklagte, von dessen Handy die Nachricht abgesendet wurde, zu den Vorwürfen nicht äußern wollte, beschrieben der Empfänger der SMS und dessen Bruder, was an jenem Abend passiert war. Grundsätzlich stellte sich dabei heraus, dass der Besitzer des Handys an jenem Abend von den Auseinandersetzungen gar nichts mitbekommen hatte. „Ich war bei dem Streit gar nicht dabei und musste am nächsten Tag erst mal überall anrufen, um zu erfahren, was überhaupt passiert war“, erklärte er vor Gericht. Der junge Mann, der die Drohung geschickt hatte, habe sich dann auch zwei Tage später bei ihm entschuldigt. „Und danach war für mich eigentlich alles geregelt“, sagte der Empfänger der SMS.

Aufgrund dieses Hinweises mache Richterin Andrea Hülshorst den Vorschlag, das Verfahren gegen den Angeklagten gegen eine Auflage einzustellen. Davon wollte die Verteidigung zunächst nichts wissen, wollte stattdessen einen klaren Freispruch erreichen.

Als die Richterin jedoch deutlich machte, dass das Verfahren damit weiter in die Länge gezogen werden müsse, folgten zwei Gespräche mit dem Mandanten und dessen Mutter, und die Verteidigung nahm das Angebot des Gerichts schließlich an: Das Verfahren gegen den Angeklagten wird gegen eine Auflage vorläufig eingestellt: Der junge Mann muss 100 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Kommt er der Auflage nach, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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