Frankenberger Tor

Das "Tor" öffnet Ende Februar

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Die Fassade hat bereits Fenster und Türen, im Eingangsbereich wird derweil noch gebaggert: Die Bauarbeiten am Frankenberger Tor laufen auf Hochturen, es soll Ende Februar 2015 eröffnen.Fotos: Malte Glotz

Frankenberg - Ein großer, neuer Mieter ändert vieles: Um H&M das entsprechende Umfeld bieten zu können, müssen im "Frankenberger Tor" Statik, Haustechnik und auch der Eröffnungstermin geändert werden.

„Es haben alle Beteiligte an einem Strang gezogen und dafür bin ich dankbar“, sagt Jens Greguhn, Projektleiter des Investors Ten-Brinke für das Frankenberger Tor. Der Investor und die Stadt hätten für das schwedische Modehaus gekämpft, „und auch die Bürger haben sich engagiert, das haben wir so noch nicht erlebt“, sagt er mit Blick auf die Facebook-Gruppe, die eine H&M-Filiale für Frankenberg forderte und mehr als 1000 Unterstützer fand. Dass die Kette tatsächlich kommt, wertet er als großen Erfolg - der allerdings mit einem Wermutstropfen versehen ist: „Wir öffnen definitiv erst Ende Februar oder Anfang März“ - eigentlich war Ende Oktober angepeilter Eröffnungstermin.

Denn um den Premium-Mieter mit knapp 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche an das Einkaufszentrum zu binden, mussten viele Kompromisse eingegangen werden - insbesondere am Gebäude selbst. „H&M zieht auf zwei Etagen ein und bekommt eine Rolltreppe. Dafür musste ein Loch in eine bereits eingezogene Decke geschlagen werden“, berichtet Greguhn. Die Statiker und das Bauamt waren gefragt, die Rolltreppe musste als Sonderanfertigung bestellt werden - inzwischen ist sie im Gebäude. „Aber das braucht eben alles seine Zeit“, bittet Greguhn um Verständnis, dass das Weihnachtsgeschäft noch außerhalb des Tores stattfindet.

Änderungen an der

gesamten Haustechnik

Das trifft weniger die Frankenberger Kunden als vielmehr die Mieter. Und doch hätten auch diese die Entscheidung mitgetragen - zu groß ist die Sogwirkung der schwedischen Textilkette. Die öffnet voraussichtlich sogar zwei bis drei Wochen nach den übrigen Geschäften. Früher sei es nicht einzurichten. Die gesamte Haustechnik habe geändert werden müssen. „H&M wünscht etwa Klimatisierung, das war bei Woolworth nicht so“, erklärt Greguhn. Und der Platz im Zentrum musste neu verteilt, der Technikraum auf das Dach ausgelagert werden. Auf die Parkplatzsituation im Einkaufszentrum hat das keine Auswirkungen: 300 Kunden können ihre Autos auf dem Parkdeck abstellen.

„Da war viel Abstimmung mit dem Bauamt und den ausführenden Firmen nötig“, sagt Greguhn - und bezieht in diese Aussage auch den Straßen- und Bahnhofsumbau in unmittelbarer Nähe mit ein. „Das Frankenberger Tor war eine Initialzündung für die Stadt und ihre Entwicklung“, schätzt er die Situation ein. Es gebe neben den feststehenden Mietern (siehe Kasten) eine Reihe von weiteren Interessenten, die Ten-Brinke gerne weitervermittle. „Das ist dann allerdings Sache der Stadt“, gibt er die Verantwortung für eine tatsächliche Ansiedlung in der Ederstadt ab.

Entgegen anders lautender Gerüchte habe das Unternehmen aber kein Interesse am benachbarten Kugelgelände, stellt Greguhn klar. Dafür sehe Ten-Brinke derzeit keine Entwicklungsmöglichkeiten. Denn: „Wir wollen nicht nur voll vermieten, sondern es auch im Sinne Frankenbergs tun“ - das sei gelungen. Er sei sich sicher, dass die Kaufkraft in der Ederstadt gesteigert werde - wenn das noch in die Fußgängerzone ausstrahle, sei das das, „was wir für Frankenberg wollten“. Ebenso überzeugt zeigt er sich, dass das Tor erst der Anfang einer langfristigen, positiven Entwicklung sei.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Mittwoch, 1. Oktober 2014.

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