Früherer U-Boot-Fahrer Heinrich Dönges setzt sich für den Erhalt der Ehrenmale ein

Die Toten nicht vergessen

Heinrich Dönges mit Erinnerungsfotos aus der Zeit bei der Kriegsmarine. Er hat die Frankenberger Marinekameradschaft mitgegründet. Fotos: Schneider

Ernsthausen. Als U-Boot-Fahrer leistete der Ernsthäuser Heinrich Dönges aus Ernsthausen Kriegsdienst. Der 86-jährige setzt sich für den Erhalt von U-Boot-Ehrenmalen ein – auch noch 65 Jahre nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Heute sind die U-Boot-Ehrenmale die zentralen Gedenkstätten für alle gefallenen U-Boot-Fahrer.

Dönges selbst geriet 1945 für kurze Zeit in englische Gefangenschaft, als die MS Bukarest, auf der Dönges damals fuhr, in Travemünde entwaffnet wurde. Sein großes Glück war es, dass er als einer der ersten in die amerikanische Zone kommen konnte und dann den Weg nach Hause fand.

Gedenken an Kameraden

Damit die verstorbenen Kameraden nicht vergessen werden, spenden Heinrich Dönges und seine überlebenden U-Boot-Kameraden seit mehr als 20 Jahren über den Deutschen Marine-Bund in Nordhessen hohe Beträge für die Unterhaltung der Gedenkstätten in Laboe und das U-Boot-Ehrenmal in Kiel-Möltenort. Die Frankenberger Marinekameradschaft hat Dönges 1981 mitgegründet und war dort über zehn Jahre lang Schatzmeister.

Heinrich Dönges hat sich dem Erhalt von Dokumenten, Bildern und Erinnerungen aus dieser Zeit verschrieben. Seine Sammlung besteht aus mehr als hundert Bildern und Dokumenten.

Zeitzeuge Dönges war 1941 zur Kriegsmarine einberufen worden. Nach der U-Boot-Schule mit Tauchlehrgängen in Gotenhafen kam er zu der U-Boot-Flakschule nach Swinemünde. Vor Danzig unternahm Dönges viele Tauchversuche und Torpedo-Übungsschießen und kam danach zur Front-Flottille.

Unter anderem war er als U-Boot-Fahrer zeitweise im Atlantik-Stützpunkt St. Nazaire an der französischen Westküste stationiert.

Von Ernsthausen waren damals zehn Mann (Jakob Noll, Jakob Briel, Konrad Noll, Johannes Mengel, Erich Backhaus, Paul Greis, Heinrich Dönges, Jakob Engel, Heinrich Briel, Emil Kalabis) zur Kriegsmarine eingezogen worden. Einer, Erich Backhaus, ist gefallen.

In England geheiratet

Ein anderer der Männer, Jakob Briel, ist nach der Gefangenschaft in England dort geblieben und hat eine Engländerin geheiratet. Jakob Briel hatte Ernsthausen zum Jahrhundertfest im Jahr 2003 noch einmal besucht. Vor wenigen Wochen ist er verstorben, berichtet Dönges.

Als 1943 das große U-Boot-Sterben begann, wurden aus den Jägern die Gejagten, schilderte Dönges. 738 deutsche U-Boote wurden versenkt, und von 40 000 U-Bootfahrern kehrten mehr als 29  000 nicht wieder zurück. „Abkommandierungen auf Lehrgänge, Indienststellung neuer U-Boote und Gottes Hilfe haben unser Überleben ermöglicht“, erinnert sich Heinrich Dönges.

Er habe Glück gehabt, deshalb sei ihm die Erhaltung der Denkmale für die Gefallenen so wichtig.

Von Gisela Schneider

Quelle: HNA

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