Silvana Josephs ist die erste Ansprechspartnerin für Reisende in Marburg

Tag im Tourismus-Büro

Traumhaft: Die Stadt Marburg mit der Lahn ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Umso wichtiger ist es, dass die Tourist-Information kompetent berät. Fotos: Coordes

Marburg. Möchten Sie das Frühstücksbrettchen mit der Altstadt, der Lahn und dem Schloss? Oder doch lieber die Thermotasse mit der Elisabethkirche? Silvana Josephs von der Marburger Tourist-Information berät eine junge Frau, die Mitbringsel für Gäste aus dem rumänischen Hermannstadt sucht. Unterdessen müht sich die Auszubildende mit Englisch. Sie muss drei Sprachreiseschülern den Weg zum Hotel erklären.

Wie viele Menschen jedes Jahr in die Marburger Touristeninformation hineinspazieren, können die Mitarbeiterinnen gar nicht beziffern. In der Saison drängeln sich manchmal so viele Menschen in der zentralen Anlaufstelle am Pilgrimstein, dass sie bis auf die Straße stehen.

„Ein Traumjob“

„Unser Ziel ist es, die freundlichste Touristeninformation Deutschlands zu sein“, erzählt Silvana Josephs. Für die gelernte Hotelfachfrau ist die Arbeit ein Traumjob. „Da kann ich meine Liebe zu dieser Stadt weitergeben“, sagt die Wahl-Marburgerin.

Am Telefon meldet sich eine Dame aus Norddeutschland. Sie plant einen Betriebsausflug mit Führung von der Elisabethkirche über die Altstadt bis zum Schloss und den Kasematten. Für die Führungen hat Marburg einen Namen: Mehr als 40 000 Besucher pro Jahr lassen sich die historischen und kulturellen Besonderheiten der Stadt von den 60 Marburger Gästeführern erklären. Und sie sind sehr zufrieden. Nach einer Untersuchung der Universität loben 99 Prozent der Besucher die Freundlichkeit, das Engagement und das Wissen der Gästeführer.

„Jeder von uns hat 120 Ausbildungsstunden hinter sich“, erklärt Gästeführer Reinhard Nickel. Der pensionierte Offizier bringt gerade sein Nachtwächterkostüm mit Mantel, Tröte, Hut, Hellebarde und Laterne zurück. Seine Schnaps-Tasche mit dem Kräuterlikör „Marburger Nachtwächter“ hat die letzte Gruppe fast geleert. Das gehört dazu, wenn er in seiner Rolle singend durch die Altstadt zieht.

Abwechslungsreich

„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“, erzählt Silvana Josephs. In der Tat: Zwei ältere Damen wollen Informationen über Marburger Sehenswürdigkeiten.

Ein junger Mann hat Schwierigkeiten, den Weg zum Schloss mit dem Auto zu finden. Ein Blinder plant eine Tandemtour in der Umgebung. Eine junge Frau begutachtet die T-Shirts mit dem Philipps-Siegel, die sich in schwarz, gelb, blau und lila im Regal stapeln.

Im Ticketshop werden Karten für klassische Konzerte, Theater, Musicals und fast alle Kulturveranstalter Marburgs verkauft. Und ab Nachmittag schlendern Tagungsteilnehmer in die Touristeninformation, die noch etwas in Marburg unternehmen wollen. Ihnen folgen die Radler vom Lahnradweg, die nach einem Quartier für die Nacht suchen.

Von Gesa Coordes

Quelle: HNA

Kommentare