Frankenberg / Lahntal

Tourismus-Förderung droht das „Aus“

+

- Frankenberg / Lahntal (cb). Ab Mai 2012 wird die gezielte Tourismusförderung in der Region Burgwald womöglich zum Erliegen kommen. Nach Frankenberg will nun auch noch die Gemeinde Lahntal ihre Beteiligung aufgeben.

Aus Sicht des Haupt- und Finanzausschusses steht schon einmal fest, dass die Gemeinde fortan auf ihren Beitrag von jährlich 5000 bis 6000 Euro verzichten sollte. Mit vier Ja- und bei einer Nein-Stimme (Barbara Seitz, Grüne) folgten die Mitglieder dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands. Der Vertrag läuft im Mai aus, die Parlamente müssten, sollte der Burgwald-Touristservice weitergeführt werden, bei der Verabschiedung des Haushalts 2012 Geld für die TAG auf der Ausgabenseite einplanen.

Lahntal investiert bereits seit zehn Jahren in den Burgwald-Touristservice – an den jährlichen Kosten von rund 48 000 Euro sind noch weitere zehn Kommunen beteiligt. Die Stadt Frankenberg ist inzwischen aus diesem Kreise ausgeschieden. Weitere Gemeinden könnten diesem Beispiel folgen. Auch in Münchhausen bahnt sich nach einer entsprechenden CDU-Anfrage eine Diskussion über das Thema an.

Gerd Daubert, seit vielen Jahren Vorstandsmitglied in der Region Burgwald-Ederbergland, war in den Lahntaler Hauptausschuss gekommen, um dort über die Aktivitäten der Tourismusinitiative zu informieren – und vor allem, um für ihre Arbeit zu werben. „Wir haben die Übernachtungszahlen deutlich gesteigert von unter 100 000 auf 110 000 Gäste im Jahr“, erklärte er und verwies auch auf den Tagestourismus: 350 000 Tagesgäste verzeichnet die Region inzwischen jährlich. Durch Übernachtungsgäste und Tagesausflügler würden in und rund um den Burgwald jährlich jeweils zehn Millionen Euro generiert.

Weitere Verdienste des Burgwald-Touristservice: der Aufbau des Qualitätswanderwegenetzes mit zehn zertifizierten Premium-Touren und das Ausweisen von Radwanderwegen. „Eines allerdings ist uns nicht gelungen, die Leistungsträger zu einer besseren Beteiligung zu bewegen“, bekannte Daubert. Dass die Nutznießer der touristischen Arbeit, sprich: das Übernachtungs- und Bewirtungsgewerbe, stärker finanziell mit ins Boot kommt, war eine Auflage, die die Gemeinde Lahntal für ihre weitere Beteiligung gemacht hatte. Doch die 48 000 Euro, die die Burgwald-Touristik benötigt, um vor allem eine Stelle mit 30 Wochenarbeitsstunden zu finanzieren, kommen weiterhin fast ausschließlich von den Gemeinden.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 28. Oktober

Kommentare