Tradition des Ausplatzens am 27. Dezember: Peitschen knallten für junge Frauen

Frankenberger Land. Wenn es am 27. Dezember knallt im Frankenberger Land, dann wissen die meisten Menschen: Jetzt sind die Platzer mit ihren Peitschen wieder unterwegs. Der Brauch, mit dem früher die Mägde zum Jahresende auf einen neuen Hof begleitet wurden, hat sich in einigen Orten erhalten. Heutzutage werden in der Regel die konfirmierten und noch nicht verheirateten Mädchen des Dorfes ausgeplatzt.

• In Rennertehausen sind es die jungen unverheirateten Männer, die nach ihrer Konfirmation am dritten Weihnachtstag mit den „Gesseln“ (Peitschen) durch das Dorf ziehen und die jungen Frauen ausplatzen. Für das Platzen bekommen die Burschen eine Geldspende, Eier oder rote Wurst, die Spender erhalten als Gegenleistung einen Rennertehäuser Dreschmaschinenschnaps eingeschenkt.

• In Birkenbringhausen hält seit 31 Jahren die Feuerwehr die Tradition des Peitschenknallens hoch. Wird den Knallern an den Häusern nach dem Klingeln geöffnet und es gibt eine Geldspende, dann bekommt der Spender einen Schnaps.

• In Ernsthausen haben die Platzer der Burschenschaft im Feuerwehrhaus erstmal richtig gut gefrühstückt. Danach teilte Marek Engel die Jungs in drei Gruppen ein, die zum Platzen durchs Dorf zogen.

• In Laisa war ein Kamerateam des Hessenfernsehens zu Gast, um einen Beitrag über das Platzen für die Hessenschau am Abend zu drehen. 35 junge Männer, fast alle mit Peitsche, zogen durchs Dorf, um bei 25 Mädchen die Peitschen im Dreier-Takt knallen zu lassen. (wi/sg)

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Quelle: HNA

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