Chorkonzert

Tradition trifft Moderne

Ein gelungenes Konzert voller Melodieperlen präsentierte der Frankenberger Frauenchor „Harmonie“am Samstag.Fotos: Himmelmann

Frankenberg - Der Frankenberger Frauenchor feierte mit etwa 150 Aktiven aus befreundeten Chören in der Ederberglandhalle das 40-jährige Bestehen mit viel Gesang.

„Lieder sind wie helles Sonnenlicht“, lautete das Motto des zweiten Konzerts, das der Frauenchor „Harmonie“ am Samstag zu seinem „runden Geburtstag“ in der Ederberglandhalle organisiert hat. Das Publikum erlebte einen ansprechenden Abend, der einmal mehr von der Vielseitigkeit des Chorgesanges zeugte.

Was wäre ein großer Chorabend ohne etwas „Lampenfieber“ im Vorfeld. So berichtete die Moderatorin Renate Klinge von einigen Unwägbarkeiten wie etwa dem Ausfall der Mikrofonanlage während der letzten Probe. „Aber jetzt legt sich meine Aufregung“, sagte sie strahlend ins Publikum und rief allen Frauen zu: „Kommt zu uns und singt mit uns im Chor“.

Einen abwechslungsreichen Abend präsentierte der gastgebende Chor den Besuchern. Traditionelles Liedgut stand neben modernen Stücken, Filmmusik neben klassischen Werken in englischer, italienischer, schwedischer, spanischer und deutscher Sprache.

Dass ein Chor und sein Leiter Karl-Heinz Wenzel durchaus Träume haben, kam im Begrüßungsstück zum Ausdruck: „I Have a Dream“ heißt ein bekannter Titel der schwedischen Popgruppe „ABBA“. Einen Hintergedanken gibt es durchaus: „Wir träumen vom Fortbestand unseres Chores“, ließ Renate Klinge das Publikum wissen: eine kleine Einladung an weitere Frauen, in den Reihen der „Harmonie“ mitzuwirken.

Unter der Leitung von Willi Hof entführte der MGV „Liedertafel“ Frankenberg/Schreufa das Publikum in romantische Welten. So ließen sie die „Nacht der Träume“ von Franz Schubert erklingen, dann aber ging es temperamentvoll weiter mit den beiden Titeln „Spanische Nächte“ von Lutz Kuessner und „Der trunkene Seemann“ von Wilhelm Heinrichs.

Romantik bis Filmmusik

„Der folgende Chor wird im nächsten Jahr 25 Jahre alt“, sagte Renate Klinge und kündigte den Frauenchor aus Eifa an. Mit ihrem Dirigent Uwe Gericke erfreuten die Sängerinnen mit zwei bekannten Filmtiteln - „Gabriellas Song“ von Stefan Nilson und dem Liebeslied „Die Rose“ von Amanda McBroom. Der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff schrieb die sehnenden Zeilen „Abends im Walde“, die Friedrich August Klein vertont hat, die Chorfrauen boten das Lied gefühlvoll dar.

Bürgermeister Rüdiger Heß kam erst später in die Halle - und wunderte sich, wie er in seinem Grußwort bekannt gab: Er komme zum Konzert eines Frauenchores - „und was sehe ich als Erstes?“ Karl-Heinz Wenzel stand als Solist auf der Bühne just in dem Moment, als Heß den Saal betrat. Den engagierten Chorleiter hatte Renate Klinge als „besonderes Highlight“ angekündigt. Nicht zu Unrecht: Wenzel überzeugte einmal mehr mit gefühlvollen leisen Tönen genauso wie mit kraftvollen Passagen, als er zwei bekannte Titel meisterlich interpretierte. Zunächst bot er das Stück „Halleluja“ dar, komponiert hat es Leonhard Cohen, vielen bekannt ist es durch den Film „Shrek“. Dann folgte „Gabriel’s Oboe“ von Ennio Morricone aus dem Film „Mission“.

Im Reddighäuser Platt

Eine Überraschung hatte sich die Reddighäuser Chorgemeinschaft überlegt. Mit ihrem Leiter Karl-Heinz Wenzel ließ sie Hubert von Goiserns österreichischen Original-Titel „Weit, weit weg“ im breitesten Reddighäuser Platt erklingen: „Dü best so weit, weit weg von mia.“

Das eingängige Volkslied „Ännchen von Tharau“ im Satz von Friedrich Silcher und „Schön war die gute, alte Zeit“ in Rudi Kühns Arrangement zeigten das breite Können des Chores. Im nächsten Jahr feiere er sein 35-jähriges Bestehen, verriet Renate Klinge.

Neuerer Chormusik haben sich die „Melo-Divas“ aus Rhadern verschrieben. Mit Chorleiterin Nicole Grosche interpretierten sie mit Pep und Humor die Titel „Lollipop“ und „Für Frauen ist das kein Problem“, beide arrangiert von Peter Schur. Hoffnung und Zuversicht ließen sie eindrucksvoll mit Udo Jürgens Titel „Ihr von morgen“ im Satz von Hans-Dieter Kuhn erklingen.

Traditionelles Liedgut bot der MGV „Germania“ aus Marbach, ebenfalls unter der Leitung von Karl-Heinz Wenzel, mit seinen Stücken „Wer hier mit uns will fröhlich sein“ von Kurt Lissmann, „Unter der Linde“ von Mathieu Neumann und dem Volkslied „Bernina Canastoria“ aus den italienischen Bergen.

Die Gastgeberinnen präsentierten zum Ende des Konzerts die erfrischenden Weisen „Shenandoah“ von Karl-Heinz Jäger und „Sambalelé, kleiner Chico“ nach einem brasilianischen Volkslied. Besinnlich endete das Konzert mit einem schwedischen „Sommarpsalm“ in deutscher Sprache. (ghm)

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