Niemand wollte das Lokal weiterführen

Traditionsgaststätte Goldener Engel in Frankenberg macht dicht

Goldener Engel: Wie es mit dem Fachwerkhaus mit Gaststätte und Gästezimmern am Frankenberger Obermarkt weitergeht, ist unklar. Foto: Paulus

Frankenberg. Aus für den „Goldenen Engel" auf dem Obermarkt. Das Frankenberger Traditions-Gasthaus schließt definitiv zum 15. Februar.

Das teilte Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kögel am Montag auf HNA-Anfrage mit.

Trotz aller Bemühungen habe sich kein Interessent gefunden, der das Gasthaus mit Gästezimmern am Obermarkt weiterführt, erläuterte der Anwalt aus Wetter. Damit werden alle acht Mitarbeiter arbeitslos, darunter drei Auszubildende und drei weitere Vollzeitkräfte.

Ein Interessent habe aus für den Anwalt „nicht nachvollziehbaren Gründen“ sein Kaufangebot zurückgezogen, bedauerte Kögel. Damit wird das Gasthaus, das 1832 eröffnet wurde, nach über 180 Jahren Mitte Februar definitiv seine Pforten schließen.

Die bisherige Besitzerin Petra Messner, die im November den Insolvenzantrag gestellt hatte, kommentierte auf HNA-Anfrage diese Entwicklung so: „Ich bin zwar traurig, dass es nicht weitergeht. Aber ich bin auch erleichtert, dass jetzt eine Entscheidung getroffen ist.“

Denn die Ungewissheit habe an den Nerven gezerrt. An Silvester hatte das Team des Goldenen Engels schon zu einer Abschluss-Party eingeladen. Danach mussten sie aber aus rechtlichen Gründen wieder öffnen. Denn vor einer Schließung muss zunächst eine Gläubigerversammlung stattfinden. Zunächst hieß es, dass das Gasthaus mindestens bis Ende Februar geöffnet bleibe, nun ist laut Insolvenzverwalter Kögel am 15. Februar endgültig Schluss.

Wie es mit der Gastwirtschaft und dem Haus am Obermarkt weitergeht, sei derzeit noch unklar, sagte Kögel gestern im Gespräch mit der HNA.

Wie die Mitarbeiter werden sich auch die bisherige Wirtin Petra Messner und ihre beiden Töchter Jacqueline und Kim - genannt „Die drei Engel vom Engel“ - neue Arbeitsplätze suchen müssen. Die ehemalige Besitzerin hatte im November der HNA erläutert, dass der Grund für die Insolvenz nicht mangelnde Kundschaft gewesen sei, sondern hohe Verbindlichkeiten aus dem Erwerb des Gebäudes und dem Ausbau der Gästezimmer sowie höhere Personalkosten nach der Trennung von Ehemann Aldo Messner.

Sie stellte am Montag im Gespräch mit der HNA klar, dass nicht der Goldene Engel zum zweiten Mal insolvent sei. Für das Insolvenzverfahren, das Aldo Messner vor einigen Jahren beantragt hatte, sei die Entwicklung in zwei anderen Gaststätten, insbesondere der in Stadtallendorf, verantwortlich gewesen.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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