Frankenberg

Trauer um Sozialdemokrat Otto Nolte

- Frankenberg (gi). Otto Nolte ist am Samstag im Alter von 79 Jahren für immer friedlich eingeschlafen. In seiner Heimatstadt Frankenberg war er ein bekannter Mann.

Insgesamt 49 Jahre – von der Verwaltungslehre bis zum führenden Beamten – diente er vorbildlich und mit Idealismus unter insgesamt drei Bürgermeistern: Wilhelm Falkenstein, Sepp Waller und Helmut Eichenlaub. Das Wohl seiner Mitbürger und die Verbesserung der Lebensqualität im „Ackerbürgerstädtchen Frankenberg“ standen für ihn stets obenan.

Otto Nolte gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der heimischen SPD und war für die Genossen des Frankenberger Landes ein „Mann der ersten Stunde“. Er stand Pate bei der Gründung zahlreicher SPD-Ortsvereine und warb immer wieder Mitglieder. Darüber hinaus half er so manchem Zeitgenossen – ungeachtet der Parteizugehörigkeit – aus der Patsche, wenn darum ging, den behördlichen Papierkrieg zu bewältigen.

Für die heimischen Landtags- und Bundestagskandidaten war er schier unersetzlich. Denn ohne Otto Nolte, vielen ein Synonym für „SPD“, lief nichts.Über die Parteischiene wurde er 1960 Mitglied im Frankenberger Kreistag und 1972 zur Zeit der Gebiets- und Funktionalreform sogar Erster Kreisbeigeordneter und damit Stellvertreter von Landrat Heinz-Friedrich Albert im Altkreis Frankenberg. Darüber hinaus fungierte er als SPD-Unterbezirksvorsitzender, Stadtverordneter, Kreistagsmitglied sowie als Mitglied des Verwaltungsrats der Kreissparlasse Frankenberg. An seinem 50. Geburtstag wurde ihm von Landrat Karl-Hermann Reccius der Ehrenbrief des Landes Hessen übereicht. Aber auch auf Vereinsebene engagierte sich der „nimmermüde Otto“, der gern durch die Stadt radelte, weil er nie einem Führerschein besaß und demzufolge auch kein Auto hatte. 28 Jahre war er unter Prof. Dr. Hans Grebe Vize-Vorsitzender des TSV „Hessen“ Frankenberg, bis er dann 1984 selbst die Vereinsspitze übernahm. Ferner war er Mitglied im Geselligkeitsverein „Frohsinn“, Gründungsmitglied der Frankenberger Partnerschaftsvereinigung sowie im Geschichtsverein.

Seine Wiege stand in Bottendorf. Hier wurde Otto Nolte am 19. April 1930 als Sohn eines Malermeisters geboren; die Familie umfasst sieben Kinder. Nach dem Besuch der Bottendorfer Volksschule trat er im April 1944 eine Verwaltungslehre bei der Stadt Frankenberg an; diesem Arbeitsplatz hielt er 49 Jahre die Treue. Mit seiner Frau Annelise baute er im Teichweg ein Haus, bald danach wurden die Töchter Birgit und Heike geboren. Vier Enkelkinder waren der ganze Stolz des Opas.Die letzten Lebensjahre waren durch Krankheiten geprägt. Otto Nolte erlitt zwei Schlaganfälle, die ihn schließlich an den Rollstuhl fesselten. Im März 2008 verstarb die Ehefrau. Es wurde einsam um den Genossen. Im Seniorenheim Ederbergland musste er rund um die Uhr betreut werden. Die Familien der Töchter standen ihm weiterhin zur Seite.

Und auch Margarete Strauß, die rüstige 92-jährige CDU-Seniorin, besuchte ihn gelegentlich: „Politisch waren wir nie einer Meinung, aber wir sind und dennoch immer fair begegnet – bis ins hohe Alter.“

Otto Nolte hat sich um Frankenberg verdient gemacht und ein gewaltiges Stück Stadtgeschichte mitgestaltet.

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