Treffen der Café-Racer

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Battenberg-Dodenau - Sie waren nicht immer die besten Freunde. Doch das ist Schnee von gestern. „Der Axel und ich haben zusammengefunden“, sagt Hartmut Ranze, Chef der Biker-Pension Arnold, über seinen Nachbarn Axel Sassor, den Chef des gleichnamigen Hotels.

Die beiden Gastronomen haben entdeckt, dass sie die gleiche Zielgruppe haben: Motorradfahrer aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern kommen jeden Sommer gern in die Dodenauer Hotels. Quasi um ihre neu gegründete Freundschaft zu besiegeln, laden Axel Sassor und Hartmut Ranze gemeinsam vom 17. bis 23. August zu einer Motorrad-Kultwoche unter dem Titel „Café-Racer, Scrambler & Co.“ nach Dodenau ein. Das Konzept ist zusammen mit Klaus Hinterschuster (Road-Concept, Motorradstraße Deutschland) entstanden.

„Wir möchten gern ein paar ausgefallene Motorräder nach Dodenau holen“, sagt Axel Sassor. „Wir machen das bundesweit bekannt“, fügt Hartmut Ranze hinzu.

„Café-Racer“ waren seit den 1960er-Jahren Szene-Motorräder in England. Es handelte sich um Serienmotorräder, die ganz individuell umgebaut und - nach dem Vorbild der Tourist Trophy auf der Isle of Man - zu Rennmaschinen aufgemotzt wurden. Tanks aus poliertem Leichtmetall, Stummellenker, große Scheinwerfer und Einzelsitzbänke waren prägende Merkmale dieser Maschinen.

Der Name „Café-Racer“ hat auch mit dem legendären „Ace Café“ in London zu tun. „Rocker“ machten damals die Straßen in der britischen Metropole unsicher und fuhren mit ihren frisierten Maschinen Rennen. Aufgabe war es dabei, von dem Ace Café möglichst schnell bis zum nächsten Kreisverkehr und wieder zurück zu fahren - möglichst, bevor eine zuvor in der Jukebox angewählte Single zu Ende abgespielt war.

An die Motorrad-Stilart der „Café-Racer“ knüpfen inzwischen auch japanische Motorradhersteller an. Als „Scrambler“ („Kletterer“) bezeichnen Motorrad-Freaks eine Motorrad-Bauvariante aus den 1950er und 1960er-Jahren, die sich durch grobstollige Reifen, hohe Lenker und hochzogene Auspuffanlagen auszeichnen.

„Es geht nicht um möglichst viele PS, sondern um Individualität, um Eigenbauten“, sagt Axel Sassor. Er führt als Beispiele Motorräder der Marken Harley-Davidson, Ducati, Triumph oder die BMW NineT ins Feld. Während der „Kultwoche“ sind mehrere geführte Motorrad-Touren geplant - unter anderem in den Vogelsberg-Kreis, ins Sauerland und in den Westerwald. Ihren Höhepunkt soll die Woche am Samstag, 22. August, mit einem „Café-Racer-Tour-Run“ erreichen.

Auf „Schulzes Hof“ sollen dabei viele interessante Motorräder ausgestellt werden. Das wird sicher auch viele Tagesgäste nach Dodenau locken.

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