Frankenberger Verein feiert Jubiläum

Der "Treffpunkt" wird erwachsen

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Die Vorsitzende des Vereins „Treffpunkt“, Monika Lacher, begrüßte gestern mehr als 80 Gäste zur Jubiläumsfeier des Vereins und dem anschließenden Tag der offenen Tür.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Mehr als 80 Gratulanten haben gestern mit den Mitgliedern und Angestellten des Vereins "Treffpunkt" 25. Geburtstag gefeiert. Seit einem Vierteljahrhundert kümmert der Verein sich um psychosoziale Versorgung.

„Leben als Prozess der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit - mit Schleifen, Glück, Neugier“, so beschreibt Monika Lacher, die Vorsitzende der Vereins „Treffpunkt“ in Frankenberg die persönliche Entwicklung eines Menschen, aber auch die Entwicklung ihres Vereins. Sie wies auf die „Geburt“ im Jahr 1986 hin - nach dem Vorbild anderer Vereine in Korbach und Bad Wildungen sollte auch Frankenberg eine Anlaufstelle für psychisch Kranke bekommen. Gemeinsam mit engagierten Bürgern habe Dr. Petra Vahle-Hinz den Treffpunkt gegründet - anfangs eine Beratungsstelle und ein Gesprächskreis mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, heute mit 18 Angestellten.

Das erste Büro hatte der Verein im Wohnheim der Lebenshilfe. Als die beratende Arbeit des Vereins durch das Hessische Sozialministerium anerkannt wurde, folgte finanzielle Förderung, unter anderem durch die Stadt und den Kreis. Und es mussten eigene Räume gefunden werden: Anfangs am Untermarkt - heute in der Hainstraße.

Wie Lacher in ihrem Rückblick anriss, gab es 1988 den ersten Tag der offenen Tür, um den Verein und seine Hilfsangebote öffentlich bekannt zu machen; Selbsthilfegruppen etablierten sich und das offene Café am Donnerstagnachmittag öffnete zum ersten Mal.

Zwei Jahre später folgen weitere Schritte auf dem Weg ins „Erwachsenenleben“ des Vereins: Der Psychosoziale Dienst - heute Integrationsfachdienst - wird ins Leben gerufen; das betreute Wohnen und die Tagesstätte kommen 1991 hinzu.

„Viele Menschen und Institutionen waren beteiligt, um den Treffpunkt zu dem werden zu lassen, was er nun nach 25 Jahren ist“, sagte Lacher abschließend. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass der Verein weiterhin für Menschen in seelischen Notlagen ein Ort bleibt, wo sie Begleitung und Unterstützung finden.

„Der Treffpunkt ist ein wichtiger Faktor in der Betreuung im Landkreis Waldeck-Frankenberg“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf in seinen Grußworten zum gestrigen Vereinsgeburtstag. Der Verein habe zahlreiche unverzichtbare Angebote: „Hier erfahren Menschen in psychosozialen Konfliktsituationen, wie sie zurück in die Mitte der Gesellschaft finden.“

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, der auch im Namen von Frankenaus Rathauschef Björn Brede gratulierte, nannte den „Treffpunkt“ einen „unverzichtbaren Teil der betreuenden Angebote in unserer Stadt“. Weil der Mensch im Mittelpunkt stehe, unterstütze die Stadt den Verein seit der Gründung jedes Jahr finanziell. In dieser Zeit habe der „Treffpunkt“ sich zu einem „sozialen Dienstleistungsunternehmen“ entwickelt und sei stets gewachsen - auch räumlich.

Nach der Begrüßung und den Grußworten der Ehrengäste stand bei der Feier zum Jubiläum des Frankenberger Vereins ein fachlicher Vortrag auf der Tagesordnung: Dr. Hansjürgen Hausmann referierte über den „Treffpunkt“ im Spiegel der Psychiatriereform, bevor der Chor der Tagesstätte seinen Auftritt hatte und die Gäste mit ihrem Gesang unterhielt. Ein Betroffener berichtete vor den mehr als 80 Gästen offen von sich und seinen Erfahrungen - auch mit dem Frankenberger „Treffpunkt“.

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