Abschiedsgottesdienst für Irene Tripp

Ära Tripp endet mit musikalischem Fest

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Frankenberg - "Der Ruhestand sei Ihnen von Herzen gegönnt, wohl verdient ist er auf jeden Fall" - Dekanin Petra Hegmann hat am Sonntag während eines Festgottesdienstes in der vollbesetzten Liebfrauenkirche Kreiskantorin Irene Tripp verabschiedet.

Dank und Anerkennung erhielt Irene Tripp am Sonntag von Dekanin Petra Hegmann: „Ein Abschied der schwer fällt, denn 41 Jahre waren sie als Kreiskantorin unbestritten ein Glücksfall für den Kirchenkreis Frankenberg und die Kirchengemeinden“. Irene Tripp legt ihr Amt nieder - und der ganze Kirchenkreis feierte mit ihr.

Mehr als 200 Sänger der zwölf heimischen Kirchenchöre - Bottendorf, Ellershausen, Ernsthausen, Frankenau, Frankenberg, Geismar, Gemünden, Haubern, Löhlbach, Rengershausen Viermünden und Vöhl - sangen gemeinsam „für die scheidende Irene“, die gleichzeitig ihren 65. Geburtstag feierte.

„Alles was Odem hat…“

Es war ein überaus musikalischer Nachmittag, bei dem die Sopranistin immer wieder im Mittelpunkt stand und ihr ganzes Können noch einmal präsentierte, speziell auch im Gesangsensemble „Da Capo“, unter der musikalischen Leitung von Tochter Johanna. Zu den Höhepunkten zählten „Alles was Odem hat lobe den Herrn“ von Händel sowie „Ave Maria“ nach Biebl. Kantor Daniel Gardonyi an der Orgel begeisterte durch freie Improvisationen, besonders beim Paul-Gerhardt-Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud’“ und nach dem Segen durch „Ite Missa est“ aus Zoltan Kodalys Orgelmesse.

Dekanin Petra Hegmann würdigte noch einmal die segensreiche Arbeit von Irene Tripp. Diese habe es geschafft, Kinder und Erwachsene für den Chorgesang zu begeistern „und mindestens alles zu geben“. Auch darin spiegele sich ganz viel Gnade, die ihr von Gott gegeben worden sei. Hegmann sagte: „In den drei gemeinsamen Jahren habe ich sehr gern mit ihr zusammengearbeitet“. Präses Adam Daume und die Dekanin segneten anschließend die scheidende Kreiskantorin.

Grußworte und Beifall

Eine Fülle von Grußworten, immer wieder unterbrochen durch Beifallsstürme, dokumentierten Anerkennung und Beliebtheit von Irene Tripp.

Landrat Dr. Reinhard Kubat lobte: „Irene Tripp hat Werte vermittelt - und sie hat es richtig gut gemacht. Und ihre Stimme gefällt mir…“. Bürgermeister Rüdiger Heß würdigte die ausgezeichnete musikalische Arbeit und überreichte die „Silber-Münze“ der Stadt Frankenberg.

Chorleiter Karl-Heinz Wenzel unterstrich die gute Zusammenarbeit mit Irene Tripp und dankte dafür im Namen aller Chorleiter der Region Frankenberg. Chorleiter, Organist und Komponist Rainer Pecher erinnerte in einem ausführlichen Beitrag an alte Zeiten vor rund 40 Jahren, als Irene Tripp nach Frankenberg kam und auch Kontakte zur katholischen Gemeinde hatte.

Der kirchenmusikalische Beauftragte, Pfarrer Heinrich Giugno, betonte, Irene Tripp habe stets mit viel Herz und Gefühl gearbeitet und dankte im Namen der gesamten Pfarrerschaft des Kirchenkreises. Der geschäftsführende Pfarrer Christoph Holland-Letz von der Frankenberger Kirchengemeinde sagte zur scheidenden Kreiskantorin: „Sie ziehen ja nicht weg, sie bleiben uns erhalten“. Ihre herrliche Sopranstimme habe ihm „Schauer über den Rücken laufen lassen“.

Kirchenmusikdirektor Uwe Maibaum verwirrte die Gemeinde zunächst durch „gackernden Gesang“, kehrte dann aber doch zum gesprochenen Wort zurück: „Da war ein Singvogel unterwegs; der zwitscherte und tirilierte…“. Er schätze vor allem die Freude und die sympathische Verbindlichkeit Tripps. Weitere Grußworte sprachen die Bezirkskantoren Peter Groß und Angelika Großwiele.

Kaffee und Kuchen

Im Anschluss an die mehr als zweistündige Kirchenfeier trafen sich die Gottesdienstbesucher auf der Wiese hinter der Liebfrauenkirche zu Kaffee und Kuchen. Die Beteiligung war erfreulich rege. Und Irene Tripp musste Hunderte von Händen schütteln.

Die kirchenmusikalische Arbeit wird sich nun verändern und unter neuen Vorzeichen weitergehen (FZ berichtet am Samstag ausführlich). Kernaussage der Dekanin: „Kirchenmusik bleibt Schwerpunkt im Kirchenkreis Frankenberg“.

Von Horst Giebel

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