Trotz neuer Regelung: Bisher kein Mangel an Notärzten im Kreis

Waldeck-Frankenberg. Einen Engpass bei der notärztlichen Versorgung hat man im Landkreis Waldeck-Frankenberg bisher erfolgreich verhindert. „Die Versorgung ist gesichert“, sagte der verantwortliche Ärztliche Leiter im Rettungsdienst, Dr. Rudolf Alexi, der HNA auf Anfrage.

Zu einem Engpass geführt habe die seit November 2008 vorgeschriebene zweijährige Zusatz-Ausbildung „Notfallmedizin“, sagte der Ärztliche Leiter. Zuvor sei ein einjähriger Fachkundenachweis gefordert gewesen.

Folge: In einem Jahr rückten gar keine Notärzte nach, die aktuelle Zahl neu ausgebildeter Notärzte habe sich von zuvor 300 auf nunmehr etwa 150 im Jahr halbiert. Nicht zuletzt deshalb will Dr. Alexi im Mai zusammen mit anderen Referenten eine 80-stündige Weiterbildung für angehende Notärzte in Bad Arolsen anbieten.

Während im Nachbarkreis Schwalm-Eder das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) zeitweise nicht besetzt werden konnte, habe man in Waldeck-Frankenberg rechtzeitig auf einen drohenden Engpass reagiert. „Die Vergütung der Notärzte musste nachjustiert werden“, sagte Dr. Alexi, der seit Oktober neben seiner Funktion als Chefarzt im Arolser Krankenhaus den notärztlichen Einsatz im Landkreis koordiniert.

Von vier Standorten aus (Korbach, Bad Arolsen, Frankenberg und Bad Wildungen) fahren Notärzte im Bedarfsfall zu den Patienten. Laut Dr. Alexi gibt es im Kreis durchschnittlich 30.000 Rettungsdienst-Einsätze pro Jahr. Dabei würden in 6000 Fällen zusätzlich Notärzte angefordert, die dann in speziellen Einsatzfahrzeugen den Rettungswagen zur Unglücksstelle folgen.

 Die Zahl der eingesetzten Notärzte im Kreis bezifferte Dr. Rudolf Alexi auf 50 bis 70. Darunter seien auch auswärtige Honorarkräfte. „Es handelt sich größtenteils um Klinikärzte und niedergelassene Ärzte. Wir setzen möglichst ortskundige Kollegen ein“, erläuterte Dr. Alexi.

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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