Trotz niedrigem Ölpreis: Nahwärme in Frankenau bleibt Thema

Holzhackschnitzel: Mit diesem nachwachsenden Rohstoff soll das Nahwärmenetz in Frankenau betrieben werden. Zunächst muss es aber noch gebaut werden. Foto: dpa

Frankenau. Der niedrige Ölpreis spielt der Nahwärme-Genossenschaft, die sich in Frankenau mit den Planungen um den Bau eines Nahwärmeprojekts in der Kernstadt beschäftigt, nicht unbedingt in die Karten.

Dennoch wollen die Verantwortlichen am Ball bleiben, um ein Nahwärmenetz mit einer Energieversorgung aus Holzhackschnitzeln soweit in die Endphase der Planungen zu bringen, um für den Tag der Umsetzung in den Startlöchern zu stehen.

„Momentan lässt sich wegen des geringen Preises für Rohöl kein wirtschaftlicher Nahwärmepreis erzielen, so dass wir aktuell nicht mit dem Bau eines Nahwärmeprojektes in Frankenau beginnen werden“, sagte Claude Pilger, Vorstand der Genossenschaft, am Freitag gegenüber der HNA. Die Verhandlungen mit den beiden Firmen, die an der Planung und den Bau eines solchen Systems in Frankenau Interesse haben, seien daher erstmal zurückgestellt worden. „Das haben wir den Interessenten, die sich ans Netz anschließen wollen, in einem Schreiben mitgeteilt“, so Pilger. Er fügte aber sofort hinzu: „Das Projekt liegt nicht auf Eis, sondern wird gerade in diesen Tagen intensiv weitergeführt. Die Mitglieder der Nahwärmegenossenschaft glauben nicht an einen stetig fallenden Rohölpreis. Und in den letzten Tagen ist der Preis ja auch wieder leicht angestiegen.“

Hilmar Werner, Sprecher der Arbeitsgruppe „Projektmanagement“, betont zudem, dass die Preise für die „Hardware“ der Nahwärmeanlagen derzeit leicht sinken. „Kesselrohre, Steuerungs- oder Verteilungssysteme sind momentan etwas günstiger. Es kann sich alles also recht schnell wieder umkehren. Wenn der Ölpreis in den nächsten Wochen wieder steigt und die Kosten für den Bau einer Nahwärmeanlage auf einem niedrigem Niveau verharren, kann sich ein Nahwärmeprojekt in Frankenau wieder rechnen“, berichtet Werner.

Man habe daher auch eine neue Studie in Auftrag gegeben, die zum einen die aktuellen Preise für Rohöl und jene für die Anlagentechnik berücksichtigt und auf der anderen Seite auch eine Optimierung der Trasse in der Frankenauer Kernstadt im Blick hat. „Wir werden demnächst erfahren, bei welcher Ausgangslage ein Nahwärmeprojekt in Frankenau wieder sinnvoll ist. Und dann werden wir vorbereitet sein, um in die Planungen für einen Bau gehen zu können“, sagt Werner.

Das Nahwärmenetz in der Kernstadt Frankenau soll nach jetzigem Stand mit Holzhackschnitzeln betrieben werden. Die Großabnehmer der Wärme sollen die Kirche, der Landkreis, die Stadt Frankenau und die Lebenshilfe mit ihren Einrichtungen sowie die Gastronomiebtriebe und der Lebensmittelmarkt in Frankenau sein. Bis zu 90 Privathaushalte, so ist der aktuelle Stand, könnten ans Netz angeschlossen werden.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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