Seit 25 Jahren ist Nachname frei wählbar 

Trotz Rechtsreform: Ehepaare wählen meist Namen des Mannes

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Trauung: Wer vor dem Standesbeamten Ja sagt, kann seit 25 Jahren den Nachnamen frei wählen. Die meisten Paare entscheiden sich aber für den des Mannes.

Waldeck-Frankenberg. Obwohl es seit 25 Jahren freie Namenswahl gibt, wählen noch immer rund 90 Prozent der Brautpaare den Nachnamen des Mannes.

Wenn zwei sich trauen, mögen sie es - zumindest bei der Wahl des Familiennamens - konventionell. Obwohl das Bundesverfassungsgericht vor 25 Jahren für eine freie Namenswahl sorgte, zeigt eine Umfrage unter Standesämtern in Waldeck-Frankenberg: Auch heute entscheiden sich Paare mehrheitlich für den Namen des Mannes.

Diese Mehrheit liegt in den meisten Kommunen bei zirka 90 Prozent. In der Kreisstadt Korbach beispielsweise heirateten 2015 insgesamt 118 Paare. 94 tragen nun einen gemeinsamen Familiennamen: 87 den des Mannes und sieben den der Frau. Vor zehn Jahren entschieden sich noch mehr Paare - nämlich 94 Prozent - für den Namen des Mannes.

Im Standesamt Frankenberg wählten vor zehn Jahren sogar 96 Prozent, im vergangenen Jahre 91 Prozent, den Namen des Mannes. Ähnlich ist es auch in Bad Wildungen/Edertal mit 92 Prozent im vergangenen Jahr und 93 Prozent im Jahr 2006.

Der Trend zeigt sich auch in kleinen Kommunen: in Burgwald haben 2015 von 17 Paaren 15 den Geburtsnamen des Mannes übernommen; einmal wurde ein Doppelname gewählt und ein Paar entschied, dass jeder seinen Namen behält. In Bromskirchen übernahmen von 23 Paaren 21 den Namen des Mannes; zwei Paare behielten ihre Nachnamen, keines nahm einen Doppelnamen an. Doppelnamen wurden in den anderen befragten Kommunen von sechs bis zehn Prozent der Paare gewählt - zumeist tragen ihn Frauen.

„Den meisten Paaren ist die Tradition wichtig“, sagt die Frankenberger Standesbeamtin Heidrun Bock. Den Namen des Mannes zu übernehmen, sei „halt der Klassiker“, sagt ihr Korbacher Kollege Carsten Vahland. Für viele Paare stelle sich die Namensfrage nicht, „weil beide Seiten es in der Regel vom familiären Umfeld so kennen“. Würden andere Namen gewählt, habe dies meist einen individuellen Grund, etwa ein hohes Alter.

Quelle: HNA

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