Truhen aus Schreufa auch in Kalifornien bekannt

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Von Schreufa nach Kalifornien: Bevor sie diese vorbildgetreue Miniaturausgabe einer Schnetter Gesindetruhe für eine Kundin in Amerika verpackten, fertigten Stephan und Barbara Betz-Böttner noch ein paar Erinnerungsfotos an. „Wir haben zu jedem Unikat einen ganz besonderen Bezug“, sagen sie.

Schreufa. Nun hat man sogar in Amerika die kleinen, blumengeschmückten Knechte- und Mägdetruhen aus dem Atelier von Stephan Böttner und Barbara Betz-Böttner im Schreufaer Unternehmenspark Nord entdeckt.

Nachdem die „California Staats-Zeitung“ vor ein paar Wochen Frankenberg als „Stadt am Berge“ und der „Pracht der Gesindetruhen“ eine ganze Seite gewidmet hatte, meldeten sich heimatverbundene Auswanderer bei Böttners und baten um Reproduktionen dieser kleinen Schmuckstücke – eine ging in dieser Woche per Post nach Pasadena.

Seit drei Jahren weiß das Künstlerpaar, dass die schlichten, aber mit reicher Farb- und Formensprache lange als „typisch hessisch“ geltenden Gesindetruhen aus dem thüringischen Ort Schnett stammen. Mägde in Hessen bekamen sie, wenn sie ihre erste Stellung bezogen, und hoben darin ihre Wäsche ebenso wie kleine Wertsachen auf.

Böttners begannen die einst in großen Stückzahlen produzierten, aber meist achtlos behandelten Fichtenholztruhen zu sammeln, ihre Farb- und Dekorformen zu dokumentieren. Sie arbeiteten sie auf und gaben ihnen ihre alte Schönheit zurück – mittlerweile stehen 32 Schnetter Gesindetruhen in ihrem Atelier, das samstags als kleines Museum von 11 bis 13 Uhr für Besucher geöffnet ist.

Stephan Böttner hatte die Idee, zu den großen Originaltruhen „kleine Schwestern“ nachzubauen, die seine Frau Barbara mit der gleichen Farbigkeit und ohne jede Schablone nach den Vorbildern Stück für Stück handbemalt.

Als erstes meldete sich aus Kalifornien eine Großmutter, die solche eine Miniaturtruhe von Böttners ihrer Enkelin zum High-School-Abschluss schenken wollte, zuletzt bestellte eine ehemalige Thüringerin aus Pasadena das farbige Modell als Erinnerungsstück an ihre Heimat. (zqa)

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Quelle: HNA

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