Neue Wege im Frankenberger Wildpark entstehen

Auf Tuchfühlung mit den Hornträgern

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Was Wildpark-Mitarbeiter Karl Jäger regelmäßig macht, wird bald auch Besuchern ermöglicht. Durch einen neuen Weg mit Schleusen können Tierfreunde Ziegen und Kamerunschafe hautnah erleben – und vielleicht auch die Katze, die alles aufmerksam beobachtet.Fotos: Treude

Frankenberg - Im Frankenberger Wildpark ist immer etwas los: ob tobende Frischlinge oder majestätische Hirsche, die ihr Geweih abwerfen. Aber auch die Betreiber sind nicht untätig. Derzeit entsteht ein neuer Weg, der den direkten Kontakt mit Ziegen und Schafen ermöglicht.

Schlendern Besucher im Wildpark entlang der Gehege, dann werden die Tiere - egal ob Zwergziegen oder Kamerunschafe - schnell auf die Gäste aufmerksam. Denn meist haben diese leckeren Mais dabei. Dann ist das Geblöke groß und rasch versammelt sich eine Gruppe hungriger Vierbeiner entlang der Zäune.

Bald soll diese Barriere aus Maschendraht zwischen Mensch und Tier aufgehoben werden. „Wir hatten schon immer geplant, eine Abteilung einzurichten, in der Kinder direkten Kontakt mit den Schafen und Ziegen haben können“, sagt der Leiter des Wildparks, Revierförster Erich Reitz. Dieses Vorhaben soll im Laufe der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden. Direkt durch die beiden Gehege der Tiere soll ein Fußweg führen. Dazu werden drei Schleusen beziehungsweise Tore benötigt - damit die Vierbeiner nicht ihr eigenes Revier verlassen können.

Die Kosten für die Arbeiten sollen unter 10000 Euro liegen - das ist auch der Grund, warum das Projekt auf zwei Jahre angelegt ist. „Wir geben nur das Geld aus, das wir auch haben“, erklärt Reitz. Finanziert wird der Umbau über den Förderverein, der Spenden und die Erlöse aus Veranstaltungen des Wildparks verwaltet.

Baustelle Kiosk

Mit den Arbeiten soll schon in Kürze begonnen werden. Ein Industrieunternehmen stellt Schutzgitter für die Schleusen zur Verfügung. Für den Weg, der später mit Schotter aufgefüllt wird, benötigen die Wildpark-Mitarbeiter Rasenkammersteine. Erich Reitz wäre für finanzielle oder materielle Spenden dankbar.

Dass Sparsamkeit vor Schnelligkeit geht, hängt auch mit dem bislang letzten großen Projekt zusammen. Im Dezember 2012 wurde das Informationszentrum am Wildpark eröffnet, das für rund 178000 Euro mit Unterstützung der Stadt Frankenberg und der Region Burgwald-Ederbergland gebaut worden war. Eine Investition, die sich laut Reitz bereits ausgezahlt hat. „Das Info-Zentrum wird von den Besuchern sehr gut angenommen.“ Das Frankenberger Bläsercorps nutzt die Räume zum Beispiel für die Übungsstunden, verschiedene Veranstaltungen wurden ausgerichtet und Wandervereine machen dort Rast. „Ob Landfrauen, Jugendliche oder Kinderkartenkinder - in den Wildpark kommen Menschen jeder Altersklasse“, sagt Erich Reitz.

Eine Baustelle ist allerdings der Kiosk, für den sich nur über einen kurzen Zeitraum Pächter gefunden hatten. Und so sind die Mitarbeiter des Wildparks noch auf der Suche nach einem Betreiber.

Ruhig wird es also im Wildpark nicht - bis Ostern sollen die Spazierwege zum Beispiel instandgesetzt werden. Diese haben unter dem feuchten Wetter der vergangenen Monate gelitten. Solange Besucher mit ein wenig Mais vorbeikommen, interessiert das die Zwergziegen aber herzlich wenig.

Wer den Wildpark mit finanziellen oder materiellen Spenden unterstützen will, oder wer Interesse am Betrieb des Kiosks hat, kann sich bei Erich Reitz, Telefon 06451/22521, melden. (tt)

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