Ortsumgehung B508n

"Über Gemeinsamkeiten definieren"

+
Sie sind für den Bau der B 508 n zwischen Erndtebrück und Frankenberg (von links): Uwe Weiß (Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Battenberg), Siegen-Wittgensteins Landrat Paul Breuer, Christian Klein (Bürgermeister-Kandidat in Battenberg von CDU, SPD und FDP) und Rüdiger Weiß (CDU-Fraktionsvorsitzender).Foto: Tobias Treude

Battenberg - In Kreuztal könnte in nicht all zu ferner Zukunft der erste Abschnitt der Ortsumgehungskette B508n entstehen. Ob diese auch bis Frankenberg führt, steht noch in den Sternen. Siegen-Wittgensteins Landrat Paul Breuer machte sich in Battenberg für die Umsetzung stark.

Was wäre, wenn Lkw- und Autofahrer in Zukunft zwischen Kreuztal und Schameder in Siegen-Wittgenstein zügig über die neue Bundesstraße 508n fahren können, diese Strecke aber einige Kilometer vor der Grenze zu Waldeck-Frankenberg endet? „Dann gibt es eine Katastrophe“, formu-lierte es Hatzfelds Ortsvorste-her Ullrich Schreiner drastisch.

Er sieht dann die Gefahr, dass sich viele Lkw-Fahrer nach Verlassen der Bundesstraße ihren Weg durch die Dörfer Waldeck-Frankenbergs suchen müssten - was eine zusätzliche Belastung für die Ortschaften bedeuten würde. Und so war für ihn wie auch die Mehrzahl der rund 20 Gäste in der Gaststätte Alt-Battenberg klar, dass die Ortsumgehungskette „Route 57“ vom Erndtebrücker Ortsteil Schameder weiter bis nach Frankenberg führen muss.

Die Battenberger CDU hatte am Dienstagabend zur Diskussion zum Thema „Grenzüberschreitende Verkehrserschließung und Entwicklung des ländlichen Raumes“ eingeladen. Als Referent war Siegen-Wittgensteins Landrat Paul Breuer zu Gast. Dieser setzt sich seit vielen Jahren für den Bau der West-Ost-Trasse ein. Während es auf westfälischer Seite langsam konkret werden könnte, stehen hinter einer Weiterführung der Strecke nach Hessen Fragezeichen. Breuer ist optimis-tisch, dass auch dieser Abschnitt zwischen Erndtebrück und Frankenberg umgesetzt wird.

Gemeinsam hätten die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe sowie die Industrie- und Handwerkskammer Siegen beim Bundesverkehrsminister bean-tragt, den Abschnitt im Bundesverkehrswegeplan überprü-fen zu lassen. Vor etwa einem Jahr bezeichnete auch der damalige hessische Verkehrsminister Florian Rentsch den Bau als notwendig und kündigte die Unterstützung des Landes an - sein Vorgänger Dieter Posch hatte den Lückenschluss noch abgelehnt. Eine Überprüfung und eine erneute Bewertung des Abschnittes wären für Breuer ein Durchbruch.

Er zeigte den Zuhörern die Bedeutung der Bundesstraße für den ländlichen Raum auf: „Wir können nur wettbewerbsfähig in dieses Jahrhundert hineinwachsen, wenn wir uns nicht über die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten definieren“, sagte Breuer über die Nachbar-Landkreise. Effektivität, Flexibilität und Netz-werke machten die Industriebetriebe in der Region stark. Dafür sei eine gute Verkehrsanbindung notwendig. Die Bedeutung der Straßen würde in Zukunft weiter steigen.

Dafür erhielt Breuer viel Zustimmung - nicht allerdings von Reiner Arnold. Er tritt als unabhängiger Kandidat bei der Battenberger Bürgermeisterwahl an und ist Mitglied des „Netzwerks Stop A4“. Er forderte eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schienen, die Straßen könnten so schon kaum unterhalten werden. Er forderte Breuer auf, die Menschen stärker mit auf den Weg zu nehmen.

Das bot dieser wiederum auch an. Im Gespräch ist ein Termin an der Landesgrenze mit dem Gutachter, um über die Planungen zu informieren. Das Gutachten habe ergeben, dass aus verkehrstechnischer Sicht ein Anschluss bis Frankenberg Sinn macht. „Auch ökologisch und finanziell ist dies eine gute Lösung“, sagte Breuer zum Gesamtprojekt. Entgegen der ursprünglichen Idee soll die Strecke nördlich von Hatzfeld verlaufen. Die Fahrbahn würde zweispurig gebaut, mit Zusatzstreifen zum Überholen. „Die alten ideologischen Auseinandersetzungen haben mit dem, was auf dem Tisch liegt, nichts mehr zu tun“, gab Breuer den Zuhörern mit auf den Weg.

Für den ersten Abschnitt der B508n, der Südumgehung Kreuztal, ist Siegen-Wittgensteins Landrat derweil frohen Mutes, dass nach dem Plan-feststellungsverfahren schon bald Baurecht erteilt werden könnte, wenn es keine Klagen gibt. Nach und nach sollen dann die weiteren Abschnitte folgen - irgendwann vielleicht auch zwischen Schameder und Frankenberg.

Kommentare