Jahreshauptversammlung des Kaufmännischen Vereins

Überdurchschnittlich attraktiv

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So freundlich soll die Fußgängerzone nach der Sanierung aussehen: Großflächiges und buntes Pflaster zieret nach den Bauarbeiten die Frankenberger Flaniermeile.

Frankenberg - Ein zufriedenstellendes Jahr 2014 hinter sich, zwei Jahre Baustelle vor der Nase: Die Kaufleute gehen gestärkt durch eine IHK-Studie in die Bauphase in der Fußgängerzone.

Nach dem Pfingstmarkt starten die Bauarbeiten in der Fußgängerzone. Zuerst entsteht der Wasserpark, machte Bürgermeister Rüdiger Heß den Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins während deren Jahreshauptversammlung nochmals deutlich. Dann soll noch in diesem Jahr vom Illerplatz bis zum Thonetplatz gepflastert werden. 2016 steht dann der Bereich bis zur Ritterstraße an.

„Wir freuen uns auf die Erneuerung, sagen aber auch, dass ein Pflaster noch keinen Sommer macht“, sagte Vorsitzender André Kreisz. Die Sanierung ende nicht an der Haustür, warb er dafür, auch in den Gebäuden und Geschäften aktiv zu werden. Dass sich das trotz schwieriger Situation lohnen kann, machte eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung im Auftrag der IHK Kassel-Marburg deutlich. Oliver Stöhr von der Handelskammer stellte die Ergebnisse vor - und bescheinigte Frankenberg, unter ähnlich großen Städten leicht über dem Durchschnitt zu liegen: „Frankenberg gibt ein gutes Bild ab. Die Kunden sehen die Stadt als attraktiv an.“ Zwar sei die Umfrage, die im September 2014 vorgenommen wurde, wegen der geringen Zahl der Teilnehmer nicht repräsentativ, gebe aber einen Trend wieder, erklärte Stöhr.

Stöhr wies auf einige positive Ergebnisse der Studie hin: So besteht unter den Besuchern der Fußgängerzone nur eine unterdurchschnittliche Bereitschaft, in einer anderen Stadt einzukaufen. Auch die Online-Affinität sei gering eine Chance für den heimischen Einzelhandel. Die Aufenthaltsdauer der Gäste betrage im Schnitt zwischen einer und vier Stunden - was auch daran liege, dass rund 70 Prozent der Befragten betonten, die Fußgängerzone eigne sich eher zum Bummeln und als Teil der Freizeitgestaltung denn als Einkaufsgelegenheit für den Alltag. Zudem wurden die Sauberkeit, die Sicherheit, die Parkmöglichkeiten und die Erreichbarkeit gelobt.

Nachteilig fiel den Besuchern auf, dass es kaum Möglichkeiten zum Zeitvertreib außerhalb der Geschäfte gibt - das aber soll etwa der Wasserpark ändern. Ebenfalls kritisch: Die regionale Verbundenheit der Kunden ist niedrig, wenige Besucher kommen häufiger als einmal pro Woche und es mangelt an Drogerieartikeln, Lebensmitteln, Haushaltswaren und Multimedia-Ware. „Allgemein zeigt sich aber ein gutes Bild, gerade im Vergleich mit anderen Städten“, sagte Stöhr. Frankenberg sei gut aufgestellt und arbeite an sich.

Dazu sollen auch die Aktionen des Kaufmännischen Vereins beitragen: Die Händler setzen auf eingespielte Veranstaltungen wie Maistadtfest oder Herbststadtfest und insbesondere Halloween - und bieten sich nach Auslaufen des Projekts „Familienstadt mit Zukunft“ auch als Träger des Familienaktionstags an. Ebenfalls wollen sie als Mediator für die Zusammenlegung der Weihnachtsmärkte auftreten. Das Ziel von André Kreisz: „Der Markt soll mittelfristig ein paar Tage stehen bleiben, dann haben wir Kaufleute auch etwas davon.“

Von Malte Glotz

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