Überfall auf Spielhalle: Drogenabhängiger muss in Haft

Marburg/Frankenberg. Weil er zwei Spielhallen überfallen hat, hat das Marburger Landgericht einen 34-Jährigen aus dem Frankenberger Land zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Diesmal saß der Mann wegen eines Überfalls im Februar 2014 in Frankenberg vor Gericht. Einbezogen in das neue Urteil wurde ein Richterspruch aus dem Mai 2014, weil die erneute Tat vor dieser Verurteilung begangen wurde.

Damals hatte das Landgericht den Angeklagten eines Überfalls auf eine Allendorfer Spielhalle schuldig befunden, den schwer Drogenabhängigen jedoch in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Ob er die dort begonnene Therapie fortsetzen kann, ist fraglich. Eine Sachverständige bezeichnete die Erfolgsaussichten anders als in der letzten Verhandlung als aussichtslos.

Der Angeklagte gestand auch diesmal die Tat. Demnach ist er mit einer Softair-Pistole bewaffnet am 12. Februar 2014 kurz vor Mitternacht in die Spielhalle gekommen und hat die Aufsicht bedroht. Diese gab ihm Geld aus der Kasse und aus einem Tresor. Für den zweiten hatte sie die Kombination nicht, worauf der Täter drohte, „ich knall dich ab“, dann aber die Halle verließ und floh.

Die 20-jährige Zeugin berichtete, im Nachgang Angstzustände und Panikattacken gehabt zu haben und auch vor Gericht brach sie in Tränen aus. „Das habe ich nicht gewollt“, sagte der Angeklagte. „Ich wusste, dass ich etwas Falsches mache, aber es war mir egal.“ Er habe eben dringend Geld für Drogen gebraucht und sich diese dann in Marburg beschafft. „Es tut mir leid für das Opfer, ich hab es einfach gemacht.“

„Er hat ein ungewöhnlich starkes Suchtmittelverlangen“, sagte die Sachverständige. Mehrfach sei er in der Therapie rückfällig geworden. Zwar betone er immer, von den Drogen loskommen zu wollen, seine Energie setzte er aber eher für die Beschaffung ein. Einen Fall wie diesen habe sie in langjähriger Erfahrung in der forensischen Klinik noch nicht erlebt, hob die Psychiaterin hervor. „Innerhalb einer Stunde würde er schon wieder stark unter Drogen stehen“, würde der Mann jetzt in Freiheit entlassen, war sie sich sicher. „Die Erfolgsaussichten muss ich negativ einstufen, es gibt keine Aussicht, dass sich etwas ändert, die Voraussetzungen für die Maßregel liegen nicht mehr vor.“

Warum das Gericht die Anordnung zur Unterbringung trotzdem aufrecht erhielt und weswegen sich der Mann noch vor Gericht verantworten muss, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberg.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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