FZ-Wahlforum in Battenberg

In der Umarmung der Sachzwänge

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Die Burgberghalle war voll beim FZ-Wahlforum am Sonntagabend. Auch überraschend viele junge Wähler interessierte, was die Kandidaten für den Chefsessel in der Neuburg zu sagen hatten.

Battenberg - Ihre Ziele sind oft ähnlich, ihre Wege aber andere: Wie Reiner Arnold, Christian Klein und Dieter Kocab Battenbergs Zukunft gestalten wollen, erklärten sie beim Wahlforum.

Die Bürgermeisterwahl in Battenberg rückt näher - und viele Bürger machten sich am Sonntagabend auf Einladung der Frankenberger Zeitung in der Burgberghalle erstmals ein Bild aller drei Kandidaten. Die schlugen sich souverän: Die erste Nervosität verschwand mit der kurzen Vorstellungsrunde, in der die Kandidaten sich mit drei Worten beschreiben sollten. Bereits dort zeichnete sich ab, dass die Bewerber um Heinfried Horsels Nachfolge so weit auseinander nicht liegen: Christian Klein (unabhängig, Mitglied der CDU) und Dieter Kocab (parteilos) betonten ihre Verlässlichkeit. Ähnlich Reiner Arnold (parteilos) aus Berghofen, der den Begriff der Bodenständigkeit wählte.

Das Persönliche sollte noch eine Weile eine Rolle spielen: Bei Klein stand für einen Moment dessen Vater und potenzieller Amtsvorgänger Lutz Klein im Mittelpunkt. Ob im Hause Klein auch politisch diskutiert werde, wollte Redakteur Mark Adel wissen. „Er kann mir sicher den einen oder anderen Tipp geben. In erster Linie ist er aber mein Vater“, sagte der Gerichtsvollzieher. Ob dies ein leichtes oder schweres Erbe werde, müsse sich zeigen, wenn er im Amt sei, warb er um Stimmen. Kocab erklärte auf Nachfrage, er sei 1996 „aus persönlichen Gründen“ aus der CDU ausgetreten. In der FDP habe er eine neue Heimat gefunden - und diese nur verlassen, da er nach seiner beruflichen Umorientierung zu wenig Zeit gehabt habe. Arnold musste seine Angriffe auf die Stadtverwaltung erklären, der er Gleichgültigkeit und Unfreundlichkeit vorgeworfen hatte. Er nannte ein konkretes Beispiel für seine Kritik - und musste sich später Lacher aus dem Publikum gefallen lassen, als er sagte, die Stadtverwaltung sei ordentlich aufgestellt.

Keine großen Sprünge

Mit Blick auf die Stadtentwicklung zeigten sich die drei Kandidaten realistisch: Große Sprünge kündigten sie nicht an. Gebührenerhöhungen schlossen sie zwar aus, forderten aber dennoch zum Sparen auf. Insbesondere die interkommunale Zusammenarbeit mit den übrigen Kommunen im oberen Edertal identifizierten sie als Möglichkeit, Geld zu sparen.

Zugleich lag ihnen daran, Leben in der Stadt zu halten - wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. „Unsere Oberstadt lebt vom Flair“, sagte Christian Klein. Nach der Änderung des Verkehrsflusses hätten aber nur Geschäfte ohne Laufkundschaft eine langfristige Chance - ansonsten setze er auf modernes, barrierefreies Wohnen. Kocab bewertete dies anders: „Ich will die Oberstadt beleben und dafür müssen wir ein Konzept erstellen“ - sonst sei „an der Sparkasse Schluss“. Und eine Stadt ohne Einzelhandel sei eine tote Stadt. Arnold plädierte aus diesem Grunde dafür, nicht über Neuansiedlungen nachzudenken, sondern in den bestehenden Geschäften auch einzukaufen: „So können wir die Leute, die da oben sind, beim Geldverdienen unterstützen.“

Kritische Fragen der Bürger

In Bezug auf den Umzug des Edeka-Marktes sprach Arnold den Wunsch aus, „dass dort etwas Gleichwertiges hinkommt“, um nicht noch mehr Kaufkraft aus dem Zentrum zu ziehen. Die entstehende Lücke benannte auch Kocab als Problem, verwies aber darauf, dass die Stadt nur koordinierend tätig werden könne. Auch Klein erinnerte daran, dass die Weiterverwendung Sache des Eigentümers sei - „aber ich begrüße, dass ein Battenberger Kaufmann in Battenberg seine Zukunft sieht“.

Kritisch waren auch die Bürger: Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Dirk Schneider entlockte Dieter Kocab die Aussage, dass dieser sich die Fusionen von Wehren vorstellen könnte. Peter Beier erhielt von allen Kandidaten das Versprechen, für die Verkehrsberuhigung an neuralgischen Punkten zu sorgen. Und auf Josef Baumgartners Kritik am „miserablen Zustand der Kanalisation“ erklärte Reiner Arnold, dass seiner Meinung nach alte Hauskläranlagen besser nie abgebaut worden wären.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Dienstag, 13. Mai 2014.

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