Theater in Geismar

Auf Umwegen in den Hafen der Ehe

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Glückliches Ende nach einer „Hochzeit mit Hindernissen“: Die Geismarer Theatergruppe brachte am Wochenende eine launige Komödie auf die Bühne, die mehr als 700 Zuschauer sehen wollten.

Frankenberg-Geismar - Eine "Hochzeit mit Hindernissen" erlebten fast 700 Besucher am Wochenende bei den drei Theaterabenden im Geismarer Dorfgemeinschaftshaus. Zwölf Akteure sorgten für Freudentränen.

Liebe, Eifersucht, Wut, Freude, Trauer oder Rache - ein Wechselbad der Gefühle vollzogen die Geismarer Laientheaterspieler auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus. Der lustige Dreiakter von Helmut Schmidt sorgte nicht nur für viel Heiterkeit bei den Zuschauern, sondern forderte auch die Akteure auf der Bühne.

Alle Rollen waren nahezu perfekt besetzt, von der temperamentvollen Braut Stefanie bis zum trotteligen Schwager Heinzi wurden alle Charaktere gekonnt umgesetzt. Die Identifikation der Zuschauer mit den Geismarern auf der Bühne macht den besonderen Reiz des Dorftheaters aus. Das Stück war zudem mit vielen Geismarer Orten und bekannten Persönlichkeiten gespickt. Typische Ausdrücke und Redewendungen wie „die größte Kanaille von Geismar“ oder „du Schafskopf“ oder „mir ist die Galle übergelaufen“ fehlten nicht.

Zur Handlung: Stefanie will ihren langjährigen Freund Steffen heiraten. Die kirchliche Trauung im Garten ihrer Eltern ist bis aufs Kleinste geplant, ehe eine ehemalige Freundin des Bräutigams auftaucht und alles zum Platzen bringt. Große Aufregung am Schluss des ersten Aktes, alles scheint zerbrochen. Mit einen Spiel im Spiel finden die „Streithähne“ aller Generationen später wieder zusammen. Im dritten Akt feiern Familien und Nachbarn nicht nur die Hochzeit, sondern auch die überraschende Verlobung des Geschwisterpaares. Doch ein verbrannter Kuchen, fehlende Trauringe oder Blasenschwäche sorgen für Chaos, sodass anstelle der betrunkenen Pfarrerin später der Koch den Trausegen spricht.

In den Hauptrollen begeisterten Anke Eigenbrodt als Braut und Julian Schwickerath als Bräutigam. Gabriele Heinz und Rüdiger Seibert in der Rolle der Brauteltern spielten ihre langjährige Theatererfahrung aus. Heimliche Stars des Stückes waren aber Astrid Kraft als Schwester Leonore und Jörg Battefeld als Bruder Heinzi, der eine schauspielerische Glanzleistung vollbrachte und tosenden Applaus erntete. Pflegemutter Emmi, gespielt von Jutta Mütze, trat energisch mit Geismarer Platt auf. Die neugierige Nachbarin Katharina alias Daniela Scholl erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Norbert Cramer hatte als Koch die Lacher auf seiner Seite. Silvio Bartel trat als lebhafter Seemann auf, Jane Dill spielte die intrigante Ex-Freundin Lilli und Carina Kraft sorgte als Pfarrerin für die An- und Abkündigung des Theaters.

Karl Grass stellte nach fast drei Stunden Spannung und Heiterkeit die einzelnen Akteure vor. Edith Faust und Ilse Groß fungierten als Souffleusen, Lisa Michel als Maskenbildnerin. Bühnenbildner war Hans-Joachim Schlaudraff.

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