Konzert des Ensembles "Voce di Gabrieli" in Bottendorf

Ein umwerfendes Programm

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Burgwald-Bottendorf - Ein außergewöhnliches Klangerlebnis mit musikalischen Leckerbissen boten junge Musiker in der evangelischen Kirche in Bottendorf.

Auf Einladung des Jugendposaunenchores gastierte das Ensemble „Voce di Gabrieli“ am Sonntagabend in der Martinskirche. Die Posaunenklassen der Musikhochschulen aus Weimar und dem ungarischen Szeged boten ein umwerfendes Programm mit erstaunlichen Einzelleistungen.

Barocke Werke ertönten mit einer „Chaconne“ von Johann Fischer und einem Satz aus Johann Sebastian Bachs Kantate 105 für zwei Altposaunen und Posaunenquartett. „Weil wir keine Trompeter dabei haben, müssen wir das eben selber spielen“, schmunzelte Christian Sprenger. Dass die beiden Professoren dies aber in der Originallage taten, verschwieg er mit nordhessischem Understatement.

„Voci di Gabrieli“ wurde im Rahmen einer Hochschulpartnerschaft gegründet und besteht aus Musikstudenten der Hochschule für Musik in Weimar und ihrer ungarischen Partnerhochschule in Szeged. Das Ensemble leitet Professor Christian Sprenger, der auch humorvoll durch das Programm führte, mit seinem ungarischen Kollegen Prof. György Gyiviscan.

Aufhorchen ließ Beethovens „Egmont-Ouvertüre“ in einer beeindruckenden Version von Ensemblemitglied A‘ron Simon aus Szeged, der das im Original für etwa 100 Musiker komponierte Stück für ein Posaunenoktett bearbeitete. Mit einzelnen Akkorden startend, verdichtete sich die Musik immer mehr und baute sich zum raumfüllenden Klang voller Dramatik auf. Doppelzungen-Läufe in rasender Geschwindigkeit, Tempi von wilder Entschlossenheit in der abschließenden Apotheose - das alles klang schon fast unglaublich. Christian Sprenger erzählte von der besonderen Bedeutung dieses Werkes in Ungarn seit der Revolte in den Neunziger Jahren, als ein Rundfunkredakteur diese Schallplatte auflegte.

Einen großen Teil des Prgramms nahmen mitreißende Filmmelodien ein. Sprenger startete mit einem Medley aus „Star Wars“ von John Williams. Einzelne Charakter-Melodien spielten Ensemblemitglieder stets mit Verve und viel Gefühl.

Auf der „Suche nach immer neuen Möglichkeiten und Klängen“, so Christian Sprenger, kam in „Braveheart“, einem Klassiker der Filmmusik, ein Euphonium (Sebastian Stricker) zum Einsatz. Gänsehautgefühl breitete sich aus bei „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“.

Das Konzert rundete ein Medley aus „Rocky“ ab, bei dem Professor György Gyiviscan einen unglaublich hohen Part auf der Tenorposaune meisterte, der selbst für einen Trompeter schwer gewesen wäre. Im gesamten Konzert war die Freude am Musizieren spürbar, die Musikauswahl ließ das hohe Niveau des Ensembles strahlen. Das vielfältige Klangvolumen wurde mit Ovationen und lang anhaltendem Applaus belohnt.

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