Luftkrieg im Ederbergland

"Und auf einmal war alles schwarz"

+
Thema des Seniorentreffs 80 plus: der Luftangriff vor 70 Jahren. Zeitzeugen erzählen von ihren Erinnerungen. Walter Sellmann (rechts) moderiert und Lothar Markwitz (links) dokumentiert die Gespräche mit der Videokamera. Foto: Willi Arnold

Allendorf-Rennertehausen - Erinnerungen von Zeitzeugen an den Luftangriff im Oktober 1944 standen beim Seniorentreffen in Ren­nertehausen im Mittelpunkt.

Genau 70 Jahre und 36 Tage waren vergangen, seit Tiefflieger am Nachmittag des 6. Oktober 1944 einen Personenzug an der Haltestelle in Rennertehausen angegriffen. Dieses schreckliche Ereignis, bei dem neun Menschen ums Leben kamen und zwei Wohnhäuser sowie drei Scheunen in Flammen aufgingen, bleibt für diejenigen, die es miterlebten, bis heute unvergessen.

Die Moderation des Nachmittags hatte Walter Sellmann übernommen, der vor wenigen Wochen am 70. Jahrestag schon einmal mit den Zeitzeugen dieses Unglücks gedacht hatte. Dabei war auch die Idee entstanden, die Erinnerungen im Originalton auf Video für die Nachwelt zu erhalten. Diese Aufgabe hatte Rennertehausens Dokumentarfilmer Lothar Markwitz übernommen, der beim Seniorentreff mit der Kamera dabei war.

Er zeichnete auf, was Christine Born (geborene Dauber) erzählte, die die Großmutter und zwei Schwestern verloren hatte, woran sich Katharine Henkel erinnerte, was Rosel Petter, Lorchen Becker und Johanette Clemens berichteten. „Als die Flieger kamen, haben wir Kinder gespielt, dass wir die Flugzeuge abschießen - und auf einmal war alles schwarz“, erinnerte sich Helene Wolf.

Die Erzählungen lassen erahnen, was damals die Betroffenen und die Anteil nehmenden und hilfsbereiten Einwohner im Dorf mitgemacht haben.

(wi)

Kommentare