Frankenberg

Unfall mit zwei Toten - Mann vor Kadi

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- Frankenberg (da). Die Verhandlung gegen den Mann wurde vertagt. Ein Rechtsmediziner und eine beim Unfall anwesende Ärztin sollen als weitere Zeugen vor dem Frankenberger Amtsgericht gehört werden.

Samstag, 23. Oktober 2010: Fünf Männer haben in Marburg auf dem Bau gearbeitet. Es ist Mittag, sie sind in einem Auto auf dem Heimweg nach Korbach. Dort wohnen vier der Insassen, der Fahrer will noch weiter nach Medebach fahren.

Doch die Fahrt endet um 13.55 Uhr tragisch. Zwischen Frankenberg und Viermünden kommt der ältere VW Golf auf der Bundesstraße 252 nach rechts von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum. Zwei Insassen sterben noch am Unfallort, der Fahrer und zwei weitere Mitfahrer überleben schwer verletzt. Einen von ihnen muss die Feuerwehr aus dem Fahrzeugwrack herausschneiden. Am Montag begann vor dem Frankenberger Amtsgericht der Prozess gegen den Fahrer des Wagens, einen heute 24-Jährigen aus Medebach.Der Mann muss sich wegen fahrlässiger Tötung und Kör-perverletzung verantworten. Er soll am Steuer eingeschlafen sein, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Auch fünf Nebenkläger – Hinterbliebene der getöteten Männer und ein Überlebender – wollen den derzeit arbeitslosen 24-Jährigen dafür juristisch zur Rechenschaft ziehen. Alkohol war nicht im Spiel.

Der Angeklagte konnte sich an den Unfall selbst nicht erinnern. Er weiß lediglich, am Abzweig nach Geismar an einer roten Ampel gestanden zu haben – wenige hundert Meter weiter ereignete sich das Unglück. Erinnern könne er sich erst wieder an den Morgen nach dem Unfall, als er in der Mar-burger Universitätsklinik aufwachte. Er könne sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall kam, sagte der Angeklagte. Auch die beiden weiteren überlebenden Mitfahrer können sich an nichts erinnern. Beide Männer leiden noch heute unter den Unfallfolgen.Sie seien während der Fahrt eingeschlafen, berichteten sie als Zeugen. Einer von ihnen, ein 32-jähriger Korbacher, verlor bei dem Unfall seinen Vater, der vorne rechts im Wagen gesessen hatte.

Beide Zeugen sagten aus, dass die Fahrt ansonsten problemlos verlaufen sei. Ihnen sei an der Fahrweise des Angeklagten nichts aufgefallen, er sei auch nicht zu schnell gewesen. Sie sprachen von einer „normalen Autofahrt“.Den Angaben von zwei Zeu-gen zufolge, denen der Golf mit dem Angeklagten am Steuer Sekunden vor dem Unfall entgegenkam, fuhr der Wagen stetig immer weiter nach rechts.

Die Verhandlung wird am Freitag, 9. September, um 10 Uhr fortgesetzt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 23. August

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