Frankenberg

Unfallfahrer mit mehr als drei Promille

- Frankenberg (jos). Weil er mit mehr als drei Promille Alkohol im Blut zunächst mit seinem Auto in einen Graben gefahren ist und den Wagen dann nur wenige Stunden nach dem Unfall in immer noch betrunkenem Zustand bei einem Autohaus wieder abgeholt hat, ist ein 46-jähriger Mann aus der Gemeinde Allendorf am Dienstag zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Laut Anklage war der Mann am 21. April gegen 15 Uhr mit seinem Opel auf einem Feld- und Radweg von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gestürzt. Etwa dreieinhalb Stunden nach dem Unfall ergab ein Blutalkoholtest den Wert von 3,01 Promille.

Das Auto des 46-Jährigen wurde nach dem Unfall auf das Gelände eines Autohauses gebracht. Dort blieb es allerdings nicht lange stehen: Noch in der gleichen Nacht ging der Angeklagte mit einem Zweitschlüssel zu dem Autohaus und holte sein Fahrzeug wieder ab – obwohl er immer noch betrunken war und die Polizei seinen Führerschein sichergestellt hatte.

Ein erneuter Blutalkoholtest am Morgen des nächsten Tages ergab einen Wert von 3,16 Promille. Nach einer „Rückrechnung“ von Fachleuten, die Richterin Andrea Hülshorst zitierte, müsse der Angeklagte zu dem Zeitpunkt der zweiten Trunkenheitsfahrt mindestens 3,97 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Maximal könnte der Wert demnach sogar bei 5 Promille gelegen haben.

Der Angeklagte gestand die ihm zur Last gelegten Taten und zeigte Reue: „Es tut mir leid und ich bin heilfroh, dass ich niemanden geschädigt habe.“ Zum Glück sei zum Zeitpunkt seines Unfalls kein Radfahrer oder gar ein Kinderwagen unterwegs gewesen, zeigte der Angeklagte selber auf, was durch sein Verhalten hätte passieren können.

Richterin Hülshorst wertete das Geständnis ebenso als strafmildernd wie die Tatsache, dass sich der alkoholkranke Angeklagte in der Zwischenzeit in eine Entzugstherapie begeben hat. Sie verurteilte ihn zur Zahlung von 90 Tagessätzen à 20 Euro. Außerdem kann der Angeklagte frühestens in 18 Monaten wieder eine Fahrerlaubnis erlangen. Vorher muss er aber die im Volksmund auch als „Idiotentest“ bezeichnete medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bestehen.

Kommentare