Mittel wird vielfältig verwendet

Unkrautvernichter wegen möglicher Krebsgefahr in der Kritik

Waldeck-Frankenberg. In der Landwirtschaft ist das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ein gängiges Mittel. Nun gibt es Kritik an dem Pflanzengift, es soll Krebs auslösen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Studie veröffentlicht, wonach Glyphosat „vermutlich Krebs verursacht".

„Natürlich geht die Gesundheit vor und das Mittel muss, wenn sich durch weitere Studien die Krebsgefahr bestätigt, sofort verboten werden“, sagt Kreislandwirt Fritz Schäfer, der aber auch darauf hinweist, dass es selbst innerhalb der WHO unterschiedliche Aussagen zur Krebsgefahr gebe. „Es ist umstritten, ob Glyphosat Krebs verursacht“, so Schäfer, der sich daher für kein vorschnelles Verbot ausspricht.

Er betont, dass ein Verbot des an der Oberfläche eingesetzten Unkrautvernichters nicht nur „massive Folgen“ für die Landwirtschaft hätte.

„Auch im Garten- und Landschaftsbau wird das Mittel benutzt“, sagt er. Um Unkraut zu vernichten, wären laut Schäfer künftig mehr Arbeitsgänge nötig. „Man müsste mechanisch tiefer graben, der Aufwand wäre höher und die Kosten würden steigen - letztlich auch für die Verbraucher.“

Der BUND fordert nicht erst seit der möglichen Krebsgefahr das Verbot von Glyphosat. „Das Mittel vernichtet die Arten- und Pflanzenvielfalt“, sagt Jürgen Rochlitz vom BUND Waldeck-Frankenberg. Der Einsatz von Glyphosat trage stark zum Insektensterben bei. Dadurch fehle Vögeln die Nahrungsgrundlage. „Wenn es auch noch krebserregend ist, gibt es keine Diskussion mehr. Ein Verbot muss her.“

Friedrich Göge vom Landesbetrieb Landwirtschaft sagt, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung derzeit keinen Anlass sehe, das Mittel zu verbieten. Es gebe aber neue Auflagen für die Landwirtschaft. Demnach dürfe Glyphosat nur noch eingeschränkt eingesetzt werden. „Es wird zudem weiter von den Zulassungsbehörden geprüft, ob ein Krebsrisiko besteht.“

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Quelle: HNA

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