Nächste Woche sind linksseitige Parkplätze in der Bahnhofstraße gesperrt

Unter Nemphe werden Rohre verlegt

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Frankenberg - Dass die Nemphe mitten durch die Stadt fließt, ist vielen Frankenbergern vermutlich gar nicht bekannt. Zwischen dem Kaufhaus Eitzenhöfer und der Eder fließt das Bächlein durch Rohre, die unter der Bahnhof- und der Uferstraße verlegt wurden. Unter dieser verrohrten Nemphe werden in der nächsten Woche neue Wasserleitungen verlegt.

Die Verkehrsführung wurde bereits Ende vergangener Woche geändert, nächste Woche beginnen in der Bahnhofstraße die eigentlichen Bauarbeiten – und zwar mit einem spektakulären Bauprojekt. Die verrohrt unter der Bahnhof- und der Uferstraße verlaufende Nemphe soll „unterbaut“ werden. Unterdükerung heißt dies im Fachjargon (siehe auch Stichwort) . Auf Anregung der bauausführenden Firma Rohde aus Korbach kommt Spezialgerät zum Einsatz.

Im Bereich der Eitzenhöfer-Kreuzung verläuft die Nem­phe etwa in vier Metern Tiefe. 40 Meter davor, in Richtung Eingang zur Fußgängerzone, etwa in Höhe des „Antalya Grills“, beginnt die Spezialmaschine mit zwei Bohrungen auf einer Länge von 60 Metern. Mit leichtem Gefälle werden zwei 40 Zentimeter breite Tunnel gebohrt. Die tiefste Stelle des Kanals ist direkt unter der Nemphe-Verrohrung. Auf der anderen Seite, in Richtung Bahnhof, steigen die Bohrkanäle wieder leicht bis auf ein Niveau von 1,60 Metern unter der Erde an. Die Energie-Gesellschaft Frankenberg (EGF) lässt in diese beiden Bohrungen zwei neue Wasserleitungen verlegen: eine Hochdruck- und eine Niederdruckleitung.

Parkplätze vor Volksbank

Aufgrund der Arbeiten wird es nach Auskunft von Stadtbauamtsleiter Karsten Dittmar, Erstem Stadtrat Willi Naumann und Projektleiter Dirk Wind von der Firma Rohde aus Korbach zu Beeinträchtigungen der Parkplatzsituation in der Bahnhofstraße kommen. Von Montag bis voraussichtlich Freitag, 16. März, stehen die linksseitigen Parkplätze zwischen „Gardinen Schultz“ und der „Post“ nicht zur Verfügung: betroffen sind die Hausnummern Bahnhofstraße 18 bis 24. Die Geschäfte „Octopus Tintencenter“, „Gardinen Schultz“, „Ernsting’s Family“, „Deutsche Post AG“, „Antalya Grill“ und „Glück’s Haus“ sind trotz der Baustelle zu Fuß zu erreichen. Trotz der Sperrung der Parkflächen ist auch der angrenzende Gehweg frei. „Der fußläufige und der fließende Verkehr sind nicht beeinträchtigt“, stellt Erster Stadtrat Naumann klar und bittet zugleich um Verständnis für die Beeinträchtigungen, die durch den Einsatz der Spezialmaschine entsteht. Wären die beiden Leitungen unter der Nemphe in „offener Bauweise“ verlegt worden, hätten die Bauarbeiten noch länger gedauert.Ein neues Parkkonzept gibt es ab der nächsten Woche auch für die „mittlere Bahnhofstraße“: Die Kunden von „Hörstudio Frankenberg“, „Betten Breßler“, „CaloryCoach“, „Volksbank Mittelhessen“ sowie „Reisebüro Lauterbach“ können auf den neu angelegten Parkplätzen auf der Bahnhofstraße in Höhe der Volksbank ihre Autos abstellen.

Die zwei neuen Wasserleitungen werden von der östlichen Bahnhofstraße, „Kaufhaus Eitzenhöfer“, bis vor den Bahnhof verlegt. Trotz der Arbeiten sind die Geschäfte „Ergo-Versicherung“, „City-Play“, Frisörsalon Nolting“, „MFO-Matratzen“, „Kickuth-Textilien“ und „Parfümerie Schulz“ zu erreichen. Im Westen, in der Straße Am Bahnhof, hat Karl-Heinz Eckel vom Ordnungsamt der Stadt ein neues Parkraumkonzept erarbeitet. Verschiedene Bushaltestellen wurden zusammengelegt, der „frei gewordene“ Platz steht als Parkfläche für Autos zur Verfügung. „In-Time Pizza“, „Fahrschule Günther Funke“, „Fotografie Peter Beckmann“, „Bahnhof Döner“ und „Buchhandlung Gernot Hykel“ sind weiter per Auto erreichbar.

Weitere aktuelle Informationen zu den Bauarbeiten im Rahmen der 2,5 Millionen Euro teuren Umgestaltung der Bahnhofstraße sind auch im Internet unter www.stadtsanierung-frankenberg.de erhältlich.

Stichwort: Düker

Laut Enzyklopädie Wikipedia ist ein Düker (niederdeutsch, entspricht „Taucher“, niederländisch „duiker“) die Unterführung eines Rohres, Abwasser-, Trinkwasserleitung, Grundwasser- oder Öl-Pipeline unter einer Straße, einem Deich, einem Tunnel oder einem Fluss. Die Flüssigkeit kann so Hindernisse überwinden, ohne dass Pumpen eingesetzt werden müssen. Dabei nutzt man das Prinzip der kommunizierenden Röhren, wonach sich Flüssigkeiten in Röhren, die miteinander verbunden sind, stets auf das gleiche Niveau einpegeln. Fließt nun auf einer Seite immer neue Flüssigkeit hinzu, so erreicht sie auf der anderen Seite dasselbe Höhenniveau und kann fast ohne Höhenverlust dort weitergeleitet werden.

Von Rouven Raatz

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