Urlaub im Mittelalter: Gruppe "Lupa Alba" lebt wie im 12. Jahrhundert

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Hommershausen. Am Grillplatz von Hommershausen gerät man unversehens in eine andere Zeit: Leinenzelte sind aufgebaut, über Feuern brodelt es in Eisenkesseln, gerüstete und mit Schwertern bewaffnete Männer kämpfen auf der Wiese. Die Mittelaltergruppe „Lupa Alba" hat hier ihr Lager aufgeschlagen.

Was hier stattfindet, ist kein Markt oder eine Vorführung, sondern was in der Mittelalterszene ein „Privatlager“ heißt: Die Gruppe lagert ohne Publikum, dafür aber mit Freunden und befreundeten Gruppen. „Hier kann man mal intensiver Schwertkampf oder Bogenschießen trainieren und miteinander reden“, sagt Michael Seidel (47), der zusammen mit seinem Sohn Roy (20) vor sechs Jahren die Idee für die Gruppe hatte.

Als dann Christian Bachmann aus Battenfeld und seine heutige Frau Lisa aus Hommershausen einen Dudelsackspieler für ihre Hochzeit suchten und in Michael fanden, war die Gründungsmannschaft von „Lupa Alba“ zusammen.

Szenen aus dem Lagerleben bei Hommershausen: Sören Böcke bläst das Feuer an.

Die Gruppe stellt eine normannische Söldnertruppe um 1160 dar. Michael Seidel hat sich schon immer für Geschichte interessiert, besonders die mittelalterlichen Kreuzzüge haben ihn fasziniert. So eine „Darstellung“ umfasst einfach alles, was zu einem Leben im Mittelalter dazugehört. Nicht nur Rüstung und Waffen, auch die Gewänder der Damen, das Geschirr oder die Möbel für die Lager sollen möglichst der dargestellten Zeit entsprechen.

Das ist viel Arbeit, denn das meiste muss man selbst herstellen. „Aber es macht großen Spaß, auszuprobieren, wie man von Hand Kleider näht oder die Zierborten nach einer uralten Technik webt“, sagt Lisa Bachmann.

Die in Hommershausen aufgewachsene Industriekauffrau räumt ein, dass Mittelalterdarstellung ein aufwändiges Hobby ist: „Man braucht ein großes Auto, die Stoffe, das Holz, Zelte und vor allem Zeit, alles herzustellen, und so zu leben. Aber das ist mir wichtiger, als das neueste Smartphone.“ (ky)

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Quelle: HNA

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