Tipps zum Schutz

Urlaubszeit ist Zeit für Einbrecher: Kriminelle nutzen Facebook

Ein Kriminalbeamter demonstriert , wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde schon 73 Mal in Wohnungen in Waldeck-Frankenberg eingebrochen, berichtete Volker König, Pressesprecher der Polizei. Wer verreist, sollte dies nicht auf Facebook kundtun.

Fotos einer Radtour in den Dolomiten, Grüße vom Mittelmeer, ein Post aus Amerika: Urlaubsbilder auf Facebook kommen gut an - vor allem bei Einbrechern. Für sie ist das ein Einladung, in die offenbar zeitweise unbewohnte Wohnung einzudringen.

„Seid ihr euch wirklich bewusst darüber, wer die Fotos ansehen kann? Denkt ihr, dass ein einfaches Urlaubsfoto, bei Facebook hochgeladen, nicht mehr verraten kann als euren aktuellen Ausblick?“, fragt die Polizei Hessen Facebook-Nutzer im Internet.

Kriminelle nutzten soziale Netzwerke, um potenzielle Opfer auszuspähen. Über die besuchten Veranstaltungen eines Facebook-Nutzers lasse sich leicht die Wohnregion oder gar der Wohnort ausfindig machen. Das Bild von der neu gebauten Terrasse oder der frisch gestrichenen Fassade lasse ohnehin auf ein einzelnes Haus schließen. Und ein Eintrag in dem Online-Netzwerk vom Flughafen lasse jeden wissen: Nun ist niemand mehr zu Hause.

Ratschläge Für Facebook-Nutzer:

• Urlaubsbilder möglichst gar nicht und wenn, dann nur an einzelne Personen oder geschlossene Gruppen senden.

• Die Standortfunktion bei den Posts nur bedacht verwenden.

• Die Chronik nur für Freunde sichtbar machen.

• Einen Nachbarn fragen, ob er zu Hause nach dem Rechten sieht, während man im Urlaub ist.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Fälle auf 140. Bei gut der Hälfte davon - 73 Einbrüchen - scheiterten die Einbrecher bei dem Versuch, in die Wohnung oder das Haus einzudringen. Ein Drittel aller Wohnungseinbrüche geschah laut Kriminalstatistik der Polizei in der Sommerzeit, die meisten davon zwischen 8 und 12 Uhr.

Manchmal machen es Bewohner Einbrechern leicht. „Haustüren beziehungsweise Wohnungstüren werden lediglich ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen“, berichtet Volker König. In solch einem Fall bestehe kein Versicherungsschutz, weil dann grobe Fahrlässigkeit unterstellt werde. Außerdem würden Fenster im Sommer oft gekippt und Rolläden bei Abwesenheit heruntergelassen, was am Tage auf Abwesenheit hindeute und eine „Einladung für Einbrecher“ sei.

Das Hessische Landeskriminalamt hat die Sommeraktion „Sicher in Hessen“ gestartet, mit Schwerpunkt auf der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls. Einbrüche ereignen sich meist tagsüber, während die Bewohner nicht da sind. Die Polizei will darüber aufgeklären, wie man es Tätern schwer macht. Überfüllte Briefkästen, dauerhaft vor dem Haus geparkte Fahrzeuge, Abwesenheitsnachrichten auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken sollten vermieden werden.

Experten des Hessischen Landeskriminalamts stehen am kommenden Dienstag, 28. Juli, von 13.30 bis 17.30 Uhr auf Facebook für Fragen rund um den Schutz vor Wohnungseinbruch zur Verfügung. Auf der Facebookseite „Polizei Hessen“ können Fragen dazu gestellt werden, die die Polizei direkt beantwortet.

Quelle: HNA

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