Vater der getöteten 37-Jährigen klagt mutmaßlichen Täter an

Marburg. Die Reaktionen der Prozessbeteiligten auf die Anwesenheit des 32-Jährigen, der im Streit seine schwangere Frau erstochen haben soll, hätten im Marburger Landgericht unterschiedlicher nicht sein können.

Während der Schwager des Marburgers, bei dem die Kinder jetzt sind, ihm die Hand gab, nachdem dieser sich für die Tat entschuldigte, verweigerte dies der Vater aufs Entschiedenste. „Er hat so viele Menschen unglücklich gemacht, ich habe keine Tochter mehr, die Kinder keinen Vater und keine Mutter mehr“, erboste sich der 68-Jährige. „Er hat uns als Familie kaputt gemacht.“

Hintergrund der Tat sollen laut Anklage Streitigkeiten bezüglich einer ungewollten Schwangerschaft der dreifachen Mutter gewesen sein, die sie beenden wollte. Zudem soll die 37-Jährige ihrem Mann fälschlicherweise gesagt haben, eines der gemeinsamen Kinder sei nicht von ihm.

Wie der Bruder der Frau berichtete, sei ihm an dem Angeklagten nichts Besonderes aufgefallen. Er sei immer ruhig, nie aggressiv gewesen. Seine Schwester habe von kleineren Streitereien berichtet. Allerdings seien diese wohl nicht gravierend gewesen. Einmal habe sie aber berichtet, ihr Ehemann sei eifersüchtig.

Vom Charakter her habe sich die Frau eigentlich nie etwas gefallen lassen. Auf seinen Wunsch hin habe sie sich aber weniger mit ihren Freundinnen getroffen. „So kannte ich sie nicht“, so der Bruder. (kse)

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Quelle: HNA

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