Umbrüche an der Burgwaldkaserne

Veränderungen prägen Schmörs erstes Jahr

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Kommandeur Oberstleutnant Holger Schmör (r.) und Hauptmann Christian Reime begleiten die Bauarbeiten in der Kaserne – im Hintergrund das Heizkraftwerk.

Frankenberg - Passgenau ausgerüstet sieht Kommandeur Holger Schmör das EloKa-Bataillon 932. Und endlich fließt auch Geld für eine modernere Infrastruktur in der Burgwald-Kaserne. Mit seinem ersten Jahr im Amt ist der Oberstleutnant mehr als zufrieden.

in Umbau ist fertig, ein weiterer beginnt. „Der Laden brummt“, sagt Oberstleutnant Holger Schmör, Kommandeur des heimischen EloKa-Bataillons 932 und Hausherr in der Burgwald-Kaserne, ein Jahr nach Dienstantritt. Es gibt viel zu tun, „uns wird ganz sicher nicht langweilig werden“, sagt er. Viele Aufgaben hatte ihm sein Vorgänger Elmar Henschen ins Stammbuch geschrieben. Die vordringlichste: die Umstrukturierung der Kompanien.

„Wir haben am 30. September vollständige Einsatzbereitschaft gemeldet“, sagt Schmör. Diese große Umstrukturierung, die die Integration von Soldaten aus dem aufgelösten Standort in Donauwörth beinhaltete, ist abgeschlossen. Ein Zug ist für „Elektronische Gegenmaßnahmen“ verantwortlich, einer übernimmt die Versorgung sowie die Ausbildung der derzeit 34 Rekruten, zwei dienen der mobilen Aufklärung und der fünfte schließt die „luftlandefähige Komponente für den Elektronischen Kampf zur Nahunterstützung im Einsatz“ - kurz: LEKE - ein. Der viertgrößte hessische Bundeswehrstandort hat seine Sollstärke mit rund 700 Soldaten erreicht. In den nächsten Monaten geht es zusätzlich zum Alltagsgeschäft auch darum, ihnen das Arbeiten wie das Leben etwas angenehmer zu machen.

Sporthalle und Waffenlager

Denn nachdem der Freiluft-Sportplatz bereits modernisiert wurde, stehen jetzt weitere Bereiche der Burgwald-Kaserne an. Die Schießbahn wurde erneuert. Des Öfteren sind derzeit Umzugswagen zu sehen: „Im Sinne der Attraktivierung gibt es neue Möbel“, verrät Hauptmann Christian Reime, Presseoffizier des Bataillons. Der Charme längst vergangener Jahre weicht moderner Inneneinrichtung. Für einen fünfstelligen Betrag wird zudem gerade die alte Unteroffiziersmesse zu einem zentralen Fitness-Studio umgebaut: neuer Boden, neue Geräte. „Das soll noch im Oktober fertig werden“, verrät Schmör. Auch die seit Jahren ungenutzte Tankstelle verschwindet.

Doch handelt es sich dabei allenfalls um Kosmetik im Vergleich zu dem, was darüber hinaus ansteht. So bekommt das „Herzstück“ der Kaserne, der Sicherheitsbereich, neue Fenster, neue Klimaanlagen, neue Server, neue Technik: Elekronische Aufklärung ist ein Geschäft, bei dem mit der Zeit gegangen werden muss. Das Blockheizkraftwerk ist derzeit eingerüstet und wird modernisiert, auf den Dächern der langen Fahrzeughallen klettern Dachdecker herum. „Und wir bekommen neue Tore für unsere Fahrzeughallen“, sagt Schmör: 24 riesige Stahltore erhält die Kaserne in den nächsten Monaten.

Damit nicht genug: Im nächsten Jahr soll das Gebäude der offiziell nicht zum Bataillon zählenden Sanitätsstaffel abgerissen werden. Die Staffel erhält einen Neubau. Zwei Neubauten folgen im Jahr 2016: die lang erwartete Sporthalle und schließlich eine zentrale Waffenkammer. „In Frankenberg sind die Übungs- und Ausbildungsmöglichkeiten ganz herausragend“, sagt Schmör - nur sei der Kaserne das Alter doch anzumerken.

Anders sieht es offenbar bei der mobilen Ausstattung aus: „Wir sind auf einem beinahe beängstigend guten Stand“, beteuert Holger Schmör. Anders als in anderen Waffengattungen gebe es keine Probleme bei Ersatzteilen. Alle benötigten Fahrzeuge seien einsatzbereit - und sind darüber hinaus ohnehin in doppelter Ausführung vorhanden: in Afghanistan wie am Standort, wo auch Mitglieder anderer Bataillone auf Einsätze vorbereitet werden.

Neue Aufgaben stehen an

Die allerdings ändern sich. Die Großübung in Baumholder sollte auch im Bataillon die „Post-Afghanistan-Ära“ einleiten. Mit der vierten Kompanie sind die vorerst letzten Frankenberger unter ISAF-Mandat in dem asiatischen Land. „Wir müssen wegkommen aus der Afghanistan-Fixierung“, sagt Reime. Rund 300 Soldaten pro Jahr waren am Hindukusch. „Das Bataillon muss in allen Rollen einsetzbar sein“, erklärt Schmör. Und er nennt drei mögliche Szenarien - wohlgemerkt: einen Einsatzbefehl gibt es noch nicht. Der Kommandeur sieht die Fähigkeiten des Frankenberger Bataillons gefragt sowohl bei der Überwachung des brüchigen Waffenstillstands in der Ost­ukraine, bei der Hilfe gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika als auch bei der Unterstützung der Partner im Kampf gegen den IS in Syrien.

Einfacher werden die Aufgaben des Bataillons also kaum. „Aber wir können das leisten, weil materielle und personelle Ausstattung hier ganz herausragend sind“, sagt Holger Schmör.

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