Verband zu fest angelegt: Frau quälte ihre Katze

Frankenberg. Eine 48-jährige Frau ist am Donnerstag zu einer Geldstrafe in Höhe von 450 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht in Frankenberg sah es als erwiesen an, dass die Frau aus dem Frankenberger Land gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hatte.

Sie hatte ihrer verletzten Katze selbst einen Verband angelegt, der die Durchblutung störte und das Tier quälte.

Anfang August des vergangenen Jahres nahmen die alarmierten Behörden der Frau ihre Katze weg, die sich im verwahrlosten Zustand befand. Das Haustier war völlig verwurmt und von Flöhen befallen. Zudem waren sämtliche Mittelfußknochen am rechten Hinterbein gebrochen. Über mehrere Wochen musste das Tier Qualen erleiden.

„Ich hatte kein Geld für den Tierarzt und habe deswegen das Bein provisorisch verbunden und meine Katze selbst behandelt“, sagte die arbeitslose Angeklagte vor Gericht. Die Verletzung der Katze am Hinterbein stamme von einem Hundebiss.

Anstelle der erforderlichen tierärztlichen Behandlung legte die Frau selbst einen Verband an. Dieser war jedoch so fest angelegt, dass die Durchblutung gestört wurde, stellte ein Tierarzt später fest.

„Ich möchte uns allen die Bilder der Katze ersparen. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, erklärte Richterin Andrea Hülshorst. Die Angeklagte gab an, sie habe erst später von der Möglichkeit erfahren, die Tiernothilfe zu informieren oder die Katze in einem Tierheim abzugeben.

„Wenn man kein Geld für ein Haustier hat, dann darf man sich auch keines anschaffen. Es hätte ihnen doch bewusst sein müssen, dass auch Tierarztkosten auf sie zukommen könnten“, sagte die Richterin. Dem entgegnete die Angeklagte, dass es der Wunsch ihrer Kinder gewesen sei, ein Haustier zu haben.

Zu ihren Gunsten legte das Gericht aus, dass keine Vorstrafen vorlagen und das Tier nicht absichtlich gequält wurde. Dennoch darf die 48-Jährige die nächsten zwei Jahre kein Haustier besitzen oder damit handeln. Damit entsprach das gesamte Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. (flq)

Quelle: HNA

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