Frankenberg

Verdacht: Halbe Million Euro veruntreut

- Frankenberg (rou). Im Frankenberger Land machen Gerüchte über einen Anlagebetrug die Runde. Die Rede ist von mehr als 30 Anlegern, die um ihr Erspartes gebracht worden sein sollen. Ein Vermögensberater soll eine halbe Million Euro veruntreut haben.

Gesprochen wird im Frankenberger Land seit einigen Tagen über einen angeblichen Anlagebetrug. Seit dieser Woche beschäftigt sich auch die Polizei mit dem Vorwurf. Auf Nachfrage von WLZ-FZ bestätigte Polizeisprecher Volker König am Donnerstag, dass die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Untersuchungen stünden noch ganz am Anfang. „Wir müssen erst ermitteln, ob ein Straftatbestand erfüllt ist“, sagte der Beamte.

Bestätigt hat die Ermittlungen auch die Marburger Staatsanwaltschaft. Noch würden ihrem Haus keine Akten vorliegen, die Staatsanwaltschaft sei allerdings von den Ermittlungen in Kenntnis gesetzt worden, erklärte Sprecherin Annemarie Wied. Weitergehende Informationen würden ihr vermutlich in der nächsten Woche vorliegen. Nach Informationen unserer Zeitung fürchten inzwischen mehr als 30 Anleger aus der gesamten Region um ihr Erspartes, das sie einem selbstständigen Vermögensberater aus dem Frankenberger Land anvertraut haben. Der Mann hat kürzlich Selbstmord begangen. Nach Schilderung eines Anlegers seien mit dem Berater unter anderem Verträge über den Erwerb von Fondsanteilen geschlossen worden. Der Mann soll die Fonds allerdings nicht im Namen der Anleger, sondern auf eigenen Namen erworben haben. Die Fondsanteile sollen dann in Wertpapierdepots gelagert worden sein, die auf ihn und nicht auf die Anleger eingetragen gewesen sein sollen. Die von der Fondsgesellschaft jährlich ausgestellte Übersicht über die Entwicklung der Fonds habe der Vermögensberater gefälscht, indem er seinen Namen durch die Namen der gutgläubigen Geldanleger ersetzt habe. Durch die Fälschung der Namen der Depoteigentümer sei die Veruntreuung des angelegten Geldes vertuscht worden.

Recherchen einzelner Betroffener haben ergeben, dass sich der durch die mögliche Veruntreuung entstandene Schaden auf eine halbe Million Euro summieren könnte. So viel Geld haben nach Aussage eines Betroffenen die bisher namentlich bekannten Anleger aus dem Frankenberger Land dem selbstständigen Vermögensberater anvertraut. Die Betroffenen hoffen, ihr Erspartes von dem Finanzdienstleister zurückzuerhalten, für den der Mann gearbeitet hat.

Ins Rollen gebracht hat die Ermittlungen ein Anleger aus dem Frankenberger Land, der in den vergangenen Tagen bei der Polizeistation in Frankenberg Anzeige gegen den verstorbenen Vermögensberater und gegen unbekannt erstattet hat. Die Betroffenen gehen davon aus, dass noch weit mehr Anleger dem mutmaßlichen Betrüger aufgesessen haben könnten. Um das weitere Vorgehen zu besprechen, wollen sich die Anleger am Dienstag, 26. Oktober, um 19 Uhr in der Gaststätte „Darmstädter Hof“ in Battenfeld versammeln. Mit diesem öffentlichen Aufruf hatte sich ein Betroffener an die Frankenberger Zeitung gewandt.

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