Verein der Freunde des Klosters Haina will einen Fahrstuhl einbauen lassen

+
Durchbruch: Die Freunde des Klosters Haina möchten den zugemauerten ehemaligen Konverseneingang wieder öffnen um Besuchern einen Rundgang durch die Klosteranlage zu ermöglichen. Im Bild der Erste Vorsitzende Peter Lein (Mitte) mit weiteren Vereinsmitgliedern.

Haina-Kloster. Die Mitglieder des Vereins Freunde des Klosters Haina haben sich viel vorgenommen: Bis Mitte 2015 soll der Eingangsbereich der Klosteranlage neu gestaltet werden.

Durch den Aufbruch einer bislang zugemauerten Seitentüre in die Klosterkirche und den Einbau eines Behindertenfahrstuhls soll auch ein barrierefreier Rundgang ermöglicht werden.

Außerdem plant der Verein, dem für sein Vorhaben Räume von Vitos zur Verfügung gestellt worden sind, eine moderne Tischbein-Ausstellung, die durch einen so genannten „Videowalk“, also einen virtuellen Rundgang, ergänzt werden soll. Insgesamt sind Investitionen von rund 125 000 Euro veranschlagt, die zum größten Teil von den 197 Mitglieder zählenden Klosterfreunden getragen werden, sagte Schatzmeister Wilhelm Helbig.

Beteiligt an dem Vorhaben seien aber auch Vitos, die Stiftungsforsten des Klosters Haina und das Amt für Denkmalpflege, teilte Vorstandsmitglied Manfred Albus mit. Insbesondere für den 20 000 Euro teuren Fahrstuhl rechne der Verein mit Fördergeldern. Ziel sei es, pünktlich zum Jubiläum 800 Jahre Grundsteinlegung Kloster Haina - konkret zum Festgottesdienst am 14. Juni 2015 - fertig zu sein, kündigte Albus in der Jahreshauptversammlung an.

Was die Besucherzahlen angehe, sei 2013 „ein ganz miserables Jahr“ gewesen, hatte Schatzmeister Wilhelm Helbig zuvor beklagt. Von den 4667 Besuchern im Kloster seien nur 1143 im Tischbeinhaus gewesen. Man wolle jetzt auch Schulen ansprechen. Im vergangenen Jahr sei erstmals eine Klasse aus Haina zu Besuch gewesen. Insbesondere durch den Videowalk erhoffe sich der Verein verstärkt das Interesse auch junger Leute zu wecken. Im Zuge der Umbaumaßnahme werde die bislang im Tischbeinhaus untergebrachte Ausstellung umgelagert werden in einen von Vitos zur Verfügung gestellten zur Zeit leerstehenden Raum, der an den Kreuzgang angrenze, erklärte Manfred Albus.

Bei der geplanten Neupräsentation der Tischbein-Ausstellung arbeite der Verein mit der Kunsthochschule der Universität Kassel zusammen, teilte der Vorsitzende Peter Lein mit. Professorin Dr. Martina Sitt vom Studiengang Kunstwissenschaft habe bei einem Besuch des Klosters spontan ihre Hilfe zugesagt und den Kontakt zu Professor Joel Baumann (Visuelle Kommunikation) vermittelt.

In dem neuen Eingangsbereich sollen auch die im beiden im Kuhstall gefundenen Skulpturen einen Platz finden. „Den Auftrag für die Restaurierung konnten wir jetzt erteilen“, sagte Peter Lein. An den Kosten von 6284 Euro wolle sich das Amt für Denkmalschutz mit 1000 Euro beteiligen. Das Amt habe auch der Wiedereröffnung des im 18. Jahrhundert zugemauerten historischen Durchgangs in die Klosterkirche zugestimmt, sagte Manfred Albus.

Konkrete Pläne für das im nächsten Jahr anstehende Jubiläum 800 Jahre Grundsteinlegung des Kloster Haina gebe es noch nicht, teilte der Vorsitzende mit. „Die Veranstaltungen sollen aber alle solide und gediegen sein. Wir machen keinen Jahrmarkt daraus“, betonte Peter Lein. (bs)

Quelle: HNA

Kommentare