Vergewaltiger sollte Opfer heiraten: Landgericht verhandelt neu

Marburg. Vor zwei Jahren hat das Marburger Amtsgericht drei Mitglieder einer türkischen Familie aus Stadtallendorf verurteilt, weil sie versucht haben sollen, den Vergewaltiger einer 17-Jährigen, die von diesem schwanger war, zur Hochzeit mit dem Mädchen zu zwingen.

Seit Donnerstagmorgen wird der Fall vor dem Marburger Landgericht neu aufgerollt. Bundesweit in die Schlagzeilen war der Prozess in erster Instanz gekommen, weil eine Hauptbelastungszeugin drei Tage nach ihrer Aussage in Marburg auf einem Autobahnparkplatz im Ruhrgebiet erschossen aufgefunden wurde. Sie war zur Tatzeit die Freundin des bedrohten Türken aus Dortmund.

Spekulationen kursierten, dass es sich um einen Racheakt der Stadtallendorfer Familie handeln könnte. Das habe die Familie sehr stark belastet, berichtete eine der Verteidigerinnen am Rande des Prozesses.

Letztendlich stellte sich heraus, dass der Mord nichts mit dem Marburger Fall zu tun hatte. Ein Cousin der jungen Frau, der zusammen mit ihrem Onkel den Mord begangen haben soll, ist inzwischen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Hintergrund des „Ehrenmords“ war wohl der westliche Lebensstil der Libanesin.

(kse)

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Quelle: HNA

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