Röddenau

„Vergiss deine Heimat nicht!“

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- Frankenberg-Röddenau (jos). Stadtverordnete und Weggefährten haben den scheidenden Bürgermeister Christian Engelhardt verabschiedet. Neben vielen Worten des Dankes gab es während der Reden auch bemerkenswert emotionale Momente und einige flapsige Bemerkungen.

Obwohl die Stadt recht kurzfristig zu der Verabschiedung des Bürgermeisters eingeladen hatte, kamen doch viele Weggefährten von Christian Engelhardt am Donnerstagabend ins Röddenauer Dorfgemeinschaftshaus. Nachdem die eigentliche Sitzung der Stadtverordneten mit der Einbringung des Haushalts (wir berichteten gestern) schnell beendet war, eröffneten Bratschistin Stefanie Horn und Pianistin Heidi Huhn mit einem Stück von Georg Philipp Telemann den feierlichen Teil des Abends, in dessen Verlauf zahlreiche Grußworte gesprochen wurden.

Eröffnet wurde der Rede-Reigen von Stadtverordnetenvorsteher Rainer Hesse. „Lieber Christian, es fällt mir irgendwie schwer, die passenden Worte zu finden“, sagte der Parteifreund des scheidenden Bürgermeisters. Engelhardt hinterlasse „ein gut bestelltes Feld“. Bis zum nächsten Marsch in den Listenbach. Exemplarisch nannte Hesse Projekte wie die Stadtsanierung und die interkommunale Zusammenarbeit. Engelhardt sei ein kreativer und innovativer Mensch, engagiert und fleißig. In seinen Dank und die guten Wünsche für die Zukunft schloss Hesse auch Ehefrau Daniela sowie die Töchter Sophie-Charlotte und Hannah-Marie ein. „Wir hoffen für dich, dass du in deiner neuen Tätigkeit mehr Zeit in deine Familie investieren kannst“, rief Hesse dem scheidenden Bürgermeister zu. Flapsig bemerkte Hesse: Etwas Gutes habe der Abschied ja – beim nächsten Marsch in den Listenbach könne Engelhardt länger bleiben.

In Vertretung von Landrat Reinhard Kubat sagte Kreisbeigeordneter Tobias Scherf, die Frankenberger könnten stolz darauf sein, dass „ihr“ Bürgermeister demnächst die Interessen der hessischen Landkreise und damit auch die der Waldeck-Frankenberger vertrete. Als Außenseiter sei Engelhardt von acht Jahren bei seiner ersten Wahl ins Rennen gegangen. „Er hat sich gegen manches kommunalpolitische Schwergewicht durchgesetzt“, sagte Scherf. Engagement, Kompetenz und Sympathie seien der Grund für die Wiederwahl mit 75 Prozent der Stimmen im Jahr 2009 gewesen. Dem scheidenden Bürgermeister rief Scherf zu: „Vergiss deine Frankenberger Heimat nicht!“

Als Vorsitzender der Kreisverbandes im hessischen Städte- und Gemeindebund würdigte Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese Engelhardts Verdienste. „Du warst ein verlässlicher Partner und guter Freund für uns Bürgermester-Kollegen.“ Die Zusammenarbeit sei geprägt gewesen von Fairness und Solidarität. „Christian Engelhardt hat in Frankenberg Spuren hinterlassen. Er hat Eingang gefunden in die Herzen vieler Menschen“, sagte Frese. Mit einigen launigen Worten und Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes schloss sich der Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke den Worten von Frese an. Der Sozialdemokrat Plünnecke und der Christdemokrat Engelhardt haben sich im Kreistag so manches sprachliche Scharmützel geliefert. Als Erinnerung daran könnten die Gummibärchen dienen, die Plünnecke Engelhardt zum Abschied schenkte. „Gummibärchen – so hat er mich im Kreistag immer gerufen“, erklärte Engelhardt.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 19. November.

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