Niederländischer Investor Ten-Brinke hat Mietverträge mit zwei Händlern aus Innenstadt geschlossen

Verlagerung in Galerie hat begonnen

Der niederländische Investor Ten-Brinke hat bisher nicht nur Mietverträge für das „Frankenberger Tor“ mit Rheika-Delta für den „Herkules“-Verbrauchermarkt und den „Technik-Partner“ geschlossen, sondern auch bereits mit zwei Händlern, die ihre Geschäfte au

Frankenberg - Eine „unseriöse Vorgehensweise, die den Grundzügen des ordent-lichen kaufmännischen Geschäftsgebarens widerspricht“, wirft Bürgermeister Rüdiger Heß der niederländischen Ten-Brinke-Gruppe vor.

Die Debatten um das „Frankenberger Tor“ reißen nicht ab - und die Realisierung des Projektes scheint so ungewiss wie vor den Beschlüssen der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung Mitte August. Der Grund: Nach Erkenntnissen von Bürgermeister Rüdiger Heß ist Ten-Brinke vertragsbrüchig geworden. Heß teilte gestern mit, dass der niederländische Investor bereits mit zwei Händlern Mietverträge geschlossen hat, die bislang in der Frankenberger Innenstadt ansässig sind. Dabei hatte es eine Vereinbarung gegeben, dass dies nicht erfolgen sollte - um die Fußgängerzone und damit den Einkaufsstandort Frankenberg nicht zu schwächen.

Zur Vorlage bei der Stadt

Der Bürgermeister hat erneut den im März 2012 „entgegen den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung“ mit Ten-Brinke geschlossenen Städtebaulichen Vertrag unter die Lupe genommen. Dabei stellte Heß nun die Unregelmäßigkeiten fest. „Beim Projekt ,Frankenberger Tor‘ sollte nach Möglichkeit unterbleiben, dass Unternehmen aus dem Bereich der Neustädter Straße bis einschließlich Bahnhofstraße 18 in das geplante Einkaufszentrum in der Röddenauer Straße umziehen“, teilte er in einer Erklärung mit. „Daher müssen laut Vertrag alle Mietverträge der Stadt vorgelegt werden.“

Nach der neuerlichen Bestätigung des Städtebaulichen Vertrages durch das Frankenberger Parlament am 23. August habe er Ten-Brinke angeschrieben und die Bitte formuliert, „der Stadt die abgeschlossenen Mietverträge zuzuleiten“. Und die Niederländer um ihren Projektleiter Jens Greguhn kamen diesem Ansinnen laut Heß auch nach. Mit Datum vom 20. September, also Donnerstag, habe er zwei Mietverträge erhalten. Aufgefallen sei dabei, dass parallel zum Beschluss des Magistrats zum Städtebaulichen Vertrag vom 19. März zum selben Datum bereits mit einem Unternehmen aus dem genannten Bereich Neustädter Straße/Bahnhofstraße ein Mietvertrag abgeschlossen wurde. „Nach den mir vorgelegten Verträgen würden derzeit zwei aus dem Bereich Bahnhofstraße/Fußgängerzone ansässige Geschäftsbetriebe in das ,Fran-kenberger Tor‘ umziehen“, erläuterte der Bürgermeister.

Dass ihm die Mietverträge erst nach ausdrücklicher Aufforderung vorgelegt worden seien, „zeigt die unseriöse Vorgehensweise von Ten-Brinke, die den Grundzügen des ordentlichen kaufmännischen Geschäftsge-barens widerspricht“, erklärt Heß. Er sehe damit seine grundsätzlichen Bedenken gegen das Projekt und gegen den Projektträger Ten Brinke bestätigt.

Greguhn: Kein Kommentar

Projektleiter Jens Greguhn war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen: Mehrere Versuche schlugen fehl, da er das Telefonat nach Annahme sofort wieder beendete. In der vergangenen Woche hatte er gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass Ten-Brinke grundsätzlich „keine Kommentare“ mehr zu dem Projekt abgebe.

Mehr zum Thema, unter anderem ein Interview mit Bürgermeister Rüdiger Heß, lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der Frankenberger Zeitung.

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