Willersdörferin schreibt für Kulturmagazine

Aus Versehen auf Punk Rock spezialisiert

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Im April 2014 überreicht Diana Ringelsiep den Broilers ein goldenes Cover bei der Verleihung der Goldenen Schallplatte in Dortmund.Foto: Felix Bundschuh

Frankenberg - Sie wollte nach der Schule unbedingt aus Frankenberg weg, in die große Stadt. Heute lebt Diana Ringelsiep in Essen und trifft die Broilers, die Beatsteaks oder die Ramones. Die Willersdörferin schreibt für Magazine über Tattoos und Musiker.

Tattoos, bunte Haare und ein ansteckendes Lachen: So präsentiert Diana Ringelsiep aus Willersdorf sich den großen und auch kleinen Bands. Die Musikjournalistin kennt „Jupiter Jones“ oder die „Broilers“ persönlich, schreibt über sie, deren Musik und Tattoos. Dafür musste sie die Heimat aber verlassen, ging nach Berlin, studierte Kulturjournalismus an der Universität der Künste und rutschte über eine Reportageidee in die Berichterstattung über Musiker und Konzerte. „Ich habe mich aus Versehen spezialisiert“, erklärt sie heute. „Ich habe eine Band auf Tour begleitet, andere fanden meinen Text gut und haben mich angefragt – und plötzlich war ich mittendrin.“

Der Weg zur Musikjournalistin war für Ringelsiep früh klar: „Ich habe geschrieben seit ich schreiben kann und ich komme selbst aus der Punk-Rock-Richtung“, erklärt sie und fügt mit einem Lachen hinzu: „Im ersten Schuljahr stand in meinem Zeugnis, dass ich wunderbare Aufsätze schreibe, aber nicht rechenen kann.“ Mit 15 wollte sie auf Konzerte in Berlin, durfte aber nur nach Marburg, war mit Freunden oft auf Live-Konzerten. Mit 16 Jahren kamen die bunt gefärbten Haare und drei Jahre später der Umzug nach Berlin.

In sieben Jahren Studium schrieb Ringelsiep über Sex, Drugs und Rock‘n‘Roll. Seit zwei Jahren arbeitet sie für das Magazin "Punk Rock", hat es mit Freunden ausgebaut. Die Willersdörferin schreibt zudem als freie Journalistin für das „Dynamite Magazin“, das sich hauptsächlich dem Rock‘n‘Roll der 50er-Jahre verschrieben hat. Für das Tätowier-Magazin macht Ringelsiep hauptsächlich Interviews mit Musikern. „Ich rede mit ihnen über ihre Tattoos und deren Bedeutung.“

Die Bedeutung ihrer eigenen Tattoos ist Ringelsiep auch sehr wichtig. Das erste Tattoo bekam siemit 19 Jahren in Battenberg: Den Schriftzug „Viva la Revolution“. Das jüngste Tattoo von Ringelsiep ist eine Liebeserklärung an die Heimat: Fuchs und Hase sagen sich „Gute Nacht“, im Hintergrund ist Fachwerk zu sehen und die Postleitzahl von Frankenberg. „Ich vermisse das Dorfleben. Aber nach zwei Wochen muss ich auch wieder weg“, sagt die Journalistin über ihre Heimat.

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