Inormationsveranstaltung des Türkisch-Deutschen-Vereins

Für Verständnis und Freundschaften

Mitglieder des Türkisch-Deutschen Vereins Frankenberg vor dem Bach-Denkmal in Eisenach bei einem Ausflug im Jahr 2010. Am Sonntag findet eine Feier zum 20-jährigen Bestehen des Vereins statt.Foto: Horst Giebel

Frankenberg - Die Mitglieder des Türkisch-Deutschen Vereins blicken auf 20 Jahre gemeinsame Aktivitäten und freundschaftliches Zusammenleben zurück. Bürger aus dem Frankenberger Land, die sich über den Verein informieren wollen, sind zur Feier am Sonntag eingeladen.

Es war eine besondere Situation bei der Vereinsgründung vor zwei Jahrzehnten. Nach jahrelanger Zuwanderung türkischer Landsleute - den Begriff Einwanderung scheute man damals - war es kaum zu einem Miteinander mit der einheimischen Bevölkerung gekommen. Im Jahr 1993 war das Erschrecken über Brandanschläge auf Migrantenwohnungen, beispielsweise in Solingen, groß.

Gegenseitiges Verständnis

So kam es im Oktober 1993 in einem kleinen Kreis, der sich im „Bosporus“ Allendorf (Eder) getroffen hatte, zur sogenannten Gründungsinitiative: Ein Verein sollte durch seine Aktivitäten freundschaftliche Beziehungen zwischen Türkeistämmigen und Deutschen fördern, Informationen vermitteln, Hilfestellung leisten und in der Region für gegenseitiges Verständnis von Migranten und Einheimischen und gute Nachbarschaft werben. Im Mai 1994 wurde der Verein offiziell gegründet und bekam auf Antrag die Gemeinnützigkeit anerkannt.

Offen und fair

Inzwischen zählt der Türkisch-Deutsche Verein über 70 Mitglieder. So gibt es regelmäßige gesellige Veranstaltungen wie Frühlings- und Sommerfeste. Die neue Heimat der Migranten - das Frankenberger Land - wurde bei Radtouren erkundet. Bei Busfahrten wurden neben Landeskunde und Geschichte auch politische und interkulturelle Informationen vermittelt.

Wichtig waren auch Beratungen und Hilfestellungen in Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Arbeitsamt, Schulleitern und Juristen in Familienangelegenheiten sowie in Rechtsfragen. Durch öffentliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit deutschen und türkischen Referenten wurden kulturelle, religiöse, politische und soziale Aspekte der Integration offen und fair thematisiert.

Kontakte zwischen der türkisch-muslimischen Gemeinde und den christlichen Gemeinden herzustellen und zu fördern war und ist ein Anliegen des Türkisch-Deutschen Vereins. Wechselseitige Besuche und interreligiöse Gespräche wurden durch die Mitglieder angeregt.

Die derzeitigen Vorsitzenden Riza Aras und Manfred Berger freuen sich, wenn möglichst viele Bürger aus dem Frankenberger Land am kommenden Sonntag, 17. Mai, ab 15 Uhr in der Ederberglandhalle die Gelegenheit nutzen, den Türkisch-Deutschen-Verein näher kennenzulernen. Türkisch-deutsche Spezialitäten warten auf die Gäste. Außerdem gibt es eine Fotoausstellung, eine Pressedokumentation, eine Diaschau und traditionelle türkische Musik. Des Weiteren werden orientalische Tänze sowie ein kleines Flötenkonzert und ein Saxophonsolo geboten. Im Mittelpunkt sollen interessante Gespräche zwischen Vereinsmitgliedern und den Gästen stehen.

von Horst Giebel

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