Verurteilt: Asylbewerber 57 Mal beim Schwarzfahren erwischt

Frankenberg. Er ist 57 Mal beim Schwarzfahren erwischt worden, hat Handys und eine Jeans gestohlen, in einem Ausländerbüro einen Computer und ein Telefon zerstört und einen Taxifahrer nicht bezahlt: Wegen all dieser Fälle ist ein 20-Jähriger Palästinenser vor dem Frankenberger Amtsgericht zu 80 Arbeitsstunden verurteilt worden.

Richterin Andrea Hülshorst berücksichtigte bei ihrem Urteil die Lebensgeschichte des jungen Mannes. Der Angeklagte, der vor Gericht von einem Dolmetscher übersetzt wurde, berichtete, er sei im Krieg im Gazastreifen geboren und habe dort viele schreckliche Dinge erlebt. Er sei im Wald aufgewachsen, seine Eltern habe er eigentlich nie gesehen.

Eine Schiffscrew, mit der er vor drei Jahren nach Europa gekommen sei, habe ihn gefoltert und zur Arbeit auf dem Schiff gezwungen. Seit anderthalb Jahren lebt er in einem Asylbewerberheim im Frankenberger Land.

„Ich war nervös, nachdem ich mein Land verlassen hatte“, sagte der Angeklagte zu seinen Taten, die sich zwischen Januar 2011 und Januar 2012 ereignet haben, die er zugab und für die er sich entschuldigte. „Wenn Sie hier bleiben wollen, müssen Sie zeigen, dass Sie sich an die Spielregeln halten, sonst gefährden Sie Ihren Aufenthaltsstatus", sagte die Richterin. (jpa)

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Quelle: HNA

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