Mann hatte  Großfamilie durch Schweißarbeiten obdachlos gemacht

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Löscharbeiten: Ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten war am Abend des 9. Januar 2012 im Einsatz, um die Flammen in der Garage und im Obergeschoss des Hauses zu bekämpfen.

Allendorf/Frankenberg. Wegen fahrlässiger Brandstiftung hat das Frankenberger Amtsgericht einen 28-jährigen Mann verurteilt. Die Geldstrafe von 4500 Euro muss er allerdings nur bezahlen, wenn er sich innerhalb einer einjährigen Bewährungszeit strafbar machen würde.

Der Fall hatte im Januar für viel Aufmerksamkeit gesorgt: Bei Schweißarbeiten an seinem Ford Fiesta hatte ein 28-Jähriger zunächst das Auto unabsichtlich in Brand gesetzt. Das Feuer griff auf die Garage und das Wohnhaus über und machte dadurch eine Großfamilie mit 14 Kindern und einer pflegebedürftigen Tante obdachlos. An einer groß angelegten Spendenaktion hatten sich damals viele HNA-Leser beteiligt. Die Gemeinde stellte eine Sozialwohnung zur Verfügung.

Ungewöhnlich, dass der Vertreter der Staatsanwaltschaft von einem „absolut rechtschaffenen Menschen“ spricht, die Richterin die „Hand für ihn ins Feuer legen“ würde – der Mann dennoch schuldig gesprochen wird.

Auf den 28-Jährigen kommen nun Regressforderungen zu. Haus- und Autoversicherung haben nach Angaben der Familie nur einen Teil der Schadens bezahlt. Auf 90.000 bis 100.000 Euro wird die Familie wohl sitzenbleiben. Immerhin: Mit sehr viel Eigenleistung arbeitet die Großfamilie daran, ihr Haus bald wieder bewohnbar zu machen. In Kürze soll das Dach neu gedeckt werden. (off)

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Quelle: HNA

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