Bewährungsstrafe

Verurteilt wegen sexueller Nötigung

Kassel/Bad Wildungen. Zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung hat das Kasseler Amtsgericht einen 59-jährigen Mann wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen verurteilt.

Innerhalb von einem Jahr soll der Bad Wildunger ferner 300 Stunden Sozialdienst leisten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte 2009 und 2010 zwei Arbeitskolleginnen körperlich bedrängt hat.

In einem Transportfahrstuhl hat der heute 59-Jährige nach Auffassung des Gerichts eine Arbeitskollegin fast im Dekolletébereich geküsst. Dem anderen, heute 36 Jahre alten Opfer lauerte der Angeklagte in einem Zimmer auf, in dem sich die Frau zwischen zwei Schichten ausruhen wollte. Nachdem der Bad Wildunger in das Zimmer eingedrungen war, verschloss er mit dem Schlüssel den Raum und drängt die Frau auf das Bett im Zimmer. Dort hat der Angeklagte seine Hand unter die Bluse geschoben, ihr die Zunge in den Mund gesteckt und er begann, die Hose zu öffnen. Die Frau konnte sich vom Bett befreien und floh über das Fenster auf die Sonnenterrasse.

Mit versteinertem Blick nahm der Bad Wildunger das Urteil von Richter Kleinherne entgegen. Insgesamt wurden neun Zeugen vernommen. Viele Nebenaspekte wie Alkoholkonsum und die verbalen Ausrutscher des Angeklagten gegenüber seinen weiblichen Mitarbeitern kamen während der Verhandlung immer wieder zur Sprache. Für die beiden Vorfälle seien diese Aspekte nicht relevant.

„Warum sollte ein Mensch eine Freiheitsstrafe riskieren, um den Angeklagten in die Pfanne zu hauen und einen Komplott schmieden?“, sagte der Richter. Hätte man den Angeklagten tatsächlich aus der Firma haben wollen, gäbe es arbeitsrechtliche Möglichkeiten, so Kleinherne. Die zahlreichen detaillierten Aussagen und authentischen Emotionen der Frauen sprächen für die Glaubwürdigkeit der beiden Opfer. „Wenn die Zeugenaussagen geschauspielert wären, dann wären sie in der Gastronomie falsch aufgehoben, sondern gehörten dann auf die Bühne“, so der Richter.

Bis zum Schluss beteuerte der Angeklagte seine Unschuld. „Ich habe noch nie eine Frau belästigt“, so der Bad Wildunger. Die Spannungen zwischen den Mitarbeiterinnen stiegen immer mehr. Der Angeklagte betonte den immer wachsenden Druck in dem Unternehmen, das zwischenzeitlich insolvent war. „Es fehlten zwei Leute, da kam immer mehr Arbeit auf mich zu“, sagte der 59-Jährige. Er hat in dem Unternehmen 37 Jahre gearbeitet. (pju)

Quelle: HNA

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