Personalkosten weiter getrennt abgerechnet

Verwaltungsgemeinschaft startet mit 1,16 Millionen im Haushalt

Allendorf/Bromskirchen. Zum 1. Januar 2015 vereinen die Gemeinden Allendorf-Eder und Bromskirchen ihre Verwaltungen in einer Verwaltungsgemeinschaft mit gemeinsamem Haushalt.

Die HNA hat sich erklären lassen, wie das im Detail funktionieren soll. Da die beiden Gemeinden im Oberen Edertal mit ihrer Verwaltungsgemeinschaft Pioniere in Hessen sind, gibt es noch keine Erfahrungen, wie die Zusammenführung genau abläuft. „Wir haben uns selbst beraten", sagt Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese, als er der HNA mit seinem Kollegen Claus Junghenn vorstellt, wie der gemeinsame Haushalt aufgestellt wird.

„Das ist eine schwierige neue Materie“, sagt Junghenn. Man sei deshalb bemüht, für die neue Verwaltungsgemeinschaft eine einfache Struktur zu schaffen. Einfach heißt: In den gemeinsamen Haushalt kommt alles rein, was die Verwaltung betrifft.

Also in erster Linie die Personalkosten für die zusammen 19 Mitarbeiter sowie zum Beispiel die Ausgaben für Heizung, Wasser und Strom der Verwaltungsgebäude in Allendorf und Bromskirchen, außerdem Bürobedarf wie Kugelschreiber, Kopierpapier und Telefongebühren. All diese Bereiche - im Haushaltsplan Konten genannt - tauchen ab 2015 nicht mehr in den Haushaltsplänen der beiden Einzelgemeinden auf.

Wenn Bürger künftig in der Verwaltung in Bromskirchen oder Allendorf - beide Standorte bleiben erhalten - einen Pass beantragen oder eine Beglaubigung bekommen, wird das Geld, das sie dafür bezahlen, in der Verwaltungsgemeinschaft verbucht. Wassergeld, Müllgebühren oder Kitagebühren, die an sich nichts mit der reinen Verwaltung zu tun haben, bleiben in den Gemeindehaushalten.

Schon im vergangenen Jahr hatten beide Gemeinden ihre Verwaltungsgebühren aneinander angepasst. Die Bürger in Allendorf zahlen für Verwaltungsangelegenheiten also das gleiche wie die in Bromskirchen.

Die Personalkosten für die beiden Bürgermeister werden weiterhin separat in der jeweiligen Gemeinde abgerechnet. „Wir machen unsere Arbeit ja nicht ausschließlich für die Verwaltungsgemeinschaft“, erklärt Karl-Friedrich Frese. Zudem sei der Bürgermeister in dem Sinne kein Mitarbeiter, sondern ein Organ - so wie der Verbandsvorstand der Verwaltungsgemeinschaft.

1,16 Millionen Euro wird der erste Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft umfassen, kündigten Frese und Junghenn an. Das ist vergleichsweise gering: Der Allendorfer Gemeindehaushalt für 2015 hat ein Volumen von rund 22 Millionen Euro, der Bromskircher von vier Millionen. Was am Ende im Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft fehlt, gleichen die Gemeinden - anteilig nach Einwohnerzahl - durch eine Umlage aus.

Mit „einfacher Struktur“ meinen die Bürgermeister auch, dass nicht bis ins letzte Detail zu trennen sei, was für die Verwaltung und was für die einzelne Gemeinde ausgegeben wurde - etwa bei der Arbeitszeit der Mitarbeiter. „Es kann sein, dass sich da kleine Ungerechtigkeiten verbergen, das geht aber nicht anders“, sagt Frese. Auch Junghenn hat damit kein Problem: „Wenn so eine Geschichte nicht auf Vertrauen basiert, dann lässt man es besser sein.“

Wie die Zusammenarbeit der Mitarbeiter beider Verwaltungen ablaufen soll, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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