Strecke Frankenberg-Korbach

Viel los in einem der ersten Züge auf der neuen Bahnstrecke

In einem der ersten Züge im Regelbetrieb auf der neuen Bahnstrecke fuhren Schüler aus Kassel mit, die drei Tage am Edersee verbringen. Auch Roland Wirtz aus Essen war dabei, der für Eisenbahn-Fachzeitschriften schreibt und fotografiert (Bild oben rechts). Fotos: Rösner

Waldeck-Frankenberg. Es ist etwas Besonderes, wenn eine neue Bahnstrecke in Betrieb geht. Da möchte manch einer zu den ersten gehören, die mitfahren. Die HNA war dabei.

Doch erst einmal sind einige Fahrgäste aufs Auto angewiesen, um zum Bahnhof zu gelangen. Ein Parkticket nahe dem Korbacher Hauptbahnhof kostet für den ganzen Tag 2 Euro, eine Strecke mit der Bahn bis Frankenberg 6,80 Euro. Schnell die Münzen in die Automaten stecken, Ticket ziehen und sich einen Platz im Zug sichern.

Etwa 20 Mitfahrer steigen ein, gleich ist es zehn Uhr, der Zug soll losfahren. „Just for fun“ sind sie dabei, ein Mann und eine Frau aus dem Edertal. Beim Eröffnungsfest waren sie nicht. „Wir wollen die Strecke lieber heute individuell genießen“, sagen sie. „Wir machen einen kleinen Aufenthalt in Frankenberg, trinken Kaffee und fahren dann wieder zurück.“

Erst still, dann lebhaft 

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Es ist mucksmäuschenstill im Vergleich zu dem Trubel, der am Wochenende auf den Schienen los war. Doch dann wird es lebhaft. Eine große Schülergruppe läuft herbei. Die Jugendlichen ziehen Rollkoffer hinter sich her, sogar eine Gitarre gehört zum Gepäck, und dann stürmen sie die beiden Wagen des Zuges. 51 Schüler und zwei Lehrerinnen der Jacob-Grimm-Schule in Kassel fahren mit der Bahn an den Edersee. „Das war Zufall, dass es jetzt diese tolle Zugstrecke gibt. Damit ist die Klassenfahrt wirklich attraktiv“, erklärt die Lehrerin Susanne Rosenkranz. Für einen Schüler kosteten Hin- und Rückfahrt mit dem Großgruppenticket insgesamt nur 7,60 Euro. „Es ist schon Wahnsinn, dass es diese super Möglichkeit gibt“, meinen die Betreuerinnen.

Studenten sind dabei

Mit ungefähr zwölf Minuten Verspätung rollt der Zug Richtung Süden. Eine Jugendliche ist dabei, die bis Gernsheim fahren wird, um dort an einem Seminar teilzunehmen. Drei Studenten, die aus Korbach stammen, fahren zum Studium über Frankenberg nach Marburg. Bislang nahmen sie für den ersten Teil der Strecke den Bus. „Das war nervig“, sagt Freddie Sommer, ein 22-jähriger Lehramtsstudent. In Frankenberg mussten sie immer auf den Anschluss warten, und jetzt fährt die Bahn durch.

Die Kasseler Schülerinnen spielen während der Fahrt „Black Stories“, andere beschallen den Wagen mit Musik aus mobilen Lautsprecherboxen. Am neuen „Nationalparkbahnhof“ in Herzhausen wird die Gruppe von einem Bus abgeholt, um zum Camp der Hessischen Sportjugend in Harbshausen zu fahren.

Ein älteres Paar steigt in Schmittlotheim aus. Ansonsten muss der Lokführer an den Bedarfshaltestellen nicht halten. Seitdem die Schüler ausgestiegen sind, hört der Fahrgast nur das Rauschen der Räder auf den Schienen, ab und zu einen Achtungspfiff, die Durchsagen vor den Haltestellen und die leisen Gespräche der anderen Fahrgäste.

Einzelne Fotografen scheinen vom Wochenende übrig geblieben zu sein und fotografieren von Wiesen bei Ederbringhausen aus die ersten regulären Züge, die auf der Strecke fahren.

Menschen winken

Von einem Acker aus winken Menschen den Zuginsassen zu. Ein Reisender bewundert die Landschaft. „Mensch, ist das schön.“

Das Ziel rückt näher. Der Zug hält in Frankenberg, als sich gerade eine Dampflok als Überbleibsel vom Eröffnungsfest vom Bahnhof verabschiedet. Der Anblick des historischen Gefährts und die ohrenbetäubenden Geräusche sind ein Bonbon zum Abschluss dieser Fahrt.

Quelle: HNA

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