Peter Hecker aus Frankenau hat ein Autogramm des Fußballers Helmut Rahn geerbt

Viel zu schade für den Dachboden

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Peter Hecker besitzt ein Autogramm des berühmtesten deutschen Torschützen. Helmut Rahn machte in den 1960er Jahren in Frankenau Station, wenn er als Händler übers Land zog. Heckers Großvater Helmut Schäfer erhielt das Autogramm wahrscheinlich an der Theke bei „Paffi“ im Waldecker Hof. Foto: Andrea Pauly

- "Ach, ein Autogramm von Helmut Rahn hab‘ ich auch noch auf dem Dachboden." Als Lilo Schäfer diese Worte gelassen aussprach, war ihr Enkel Peter Hecker kurz fassungslos - und hakte dann sofort nach: Der Helmut Rahn? Der, der 1954 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu ihrem ersten Weltmeistertitel schoss? Genau der.

Frankenau. „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen... Rahn schießt! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ - das dritte Tor im Endspiel gegen Ungarn im Jahr 1954 ist ein Stück deutsche Fußball-Geschichte. Und dank der legendären Radio-Reportage ist der Name Helmut Rahn nach mehr als 60 Jahren auch jungen Leuten noch ein Begriff: Fast jeder weiß, wer er war und dass er das entscheidende Tor bei der Fußballweltmeisterschaft geschossen hat.

Im Film „Das Wunder von Bern“ spielten eben diese Szene und der Rechtsaußen-Stürmer eine gewichtige Rolle. Als der Film 2003 in den Kinos lief, drehten sich auch in der Familie von Peter Hecker in Frankenau die Gespräche um den berühmten Torschützen.

Da erwähnte seine Oma Lilo beiläufig, dass sie noch ein Autogramm von Helmut Rahn auf dem Dachboden aufbewahrt. Peter Hecker erinnert sich noch gut an seine Überraschung, als er das hörte. Ebenso überraschend war für ihn die Geschichte, wie sein Opa überhaupt an das Autogramm gekommen war - nämlich in der Kneipe in Frankenau.

Nach seiner Zeit als Nationalspieler war Rahn zwar ein Held, aber nicht unbedingt ein gut bezahlter Promi. Vom Fußball allein konnte er nicht leben. Und er hatte nicht gerade einen glamourösen Job: Rahn fuhr - so hat es Lilo Schäfer ihrem Enkel erzählt - mit einer Art Trödeltrupp übers Land. Auch in Waldeck-Frankenberg war er unterwegs und übernachtete hin und wieder im Waldecker Hof.

Star-Allüren gab es bei dem berühmten Torschützen nicht: Rahn trank nicht nur in seiner Heimatstadt Essen sein Bier und spielte Karten, sondern auch in Frankenau. Er war offen und gesellig und kam mit den anderen Gästen schnell ins Gespräch. „Wahrscheinlich hat mein Opa so das Autogramm bekommen“, berichtet Peter Hecker. Die Karte zeigt Rahn im Trikot des MSV Duisburg, wo er von 1963 bis 1965 spielte, bevor er seine Karriere beendete.

Der „Boss“, wie er auf dem Platz hieß, soll auch ab und zu auf dem Frankenauer Sportplatz zu Gast gewesen sein, den Spielern zugeschaut und den ein oder anderen hilfreichen Tipp gegeben haben. „Selbst gespielt hat er aber nicht.“

Peter Hecker bat seine Oma um die Autogrammkarte. „Und seitdem steht sie bei mir im Bücherregal“, freut er sich. Für ihn ist die Unterschrift des 2003 verstorbenen Torschützen mehr als ein Name auf einem Foto. „Als Fußball-Fan kann ich was damit anfangen.“ Einen kurzen Augenblick habe er einmal überlegt, ob es sich wohl lohne, das Autogramm zu verkaufen. Den Gedanken verwarf er aber sofort wieder: „So ein Erbstück gibt man nicht ab.“

Vererbte Autogramme von berühmten Persönlichkeiten sind in Frankenau offensichtlich kein Einzelfall: Michael Pilger hat eins von Elvis Presley im Fotoalbum (wir berichteten). Wer weiß, welche Unterschriften von großen Prominenten noch in Kisten, Schubladen und Fotoalben ein unbemerktes Dasein fristen?

(Von Andrea Pauly)

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