Viel zu tun bei Jahreswechsel

Silvesternacht: Auf einem Schuh zur Polizei

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Waldeck-Frankenberg. Während es für Rettungskräfte und Feuerwehren die wohl ruhigste Silvesternacht seit Jahren war, hatten die Polizeibeamten im Kreis alle Hände voll zu tun:

Haufenweise Beschwerden über Ruhestörungen, Schlägereien, Randale oder ein Unfall unter Alkoholeinfluss haben die Ordnungshüter auf Trab gehalten. Dennoch sei es für eine Silvesternacht verhältnismäßig glimpflich abgegangen. Ein Polizeisprecher: „An manchen anderen Wochenenden ist wesentlich mehr los."

Bereits am Abend gingen Beschwerden bei der Polizei ein über explodierende Silvesterkracher. Aber auch gegen Mitternacht, als die Menschen im Landkreis das Jahr 2013 begrüßten, rappelten die Telefone bei den Polizeistationen: „Vielen war das Feuerwerk zu laut, zu lang und hat gestunken“, sagte eine Beamtin in Bad Arolsen. Ihre Korbacher Kollegen verzeichneten neben vielen Beschwerden über Lärm auch zahlreiche Anrufer, in deren Umfeld angeblich illegales und gefährliches Feuerwerk abgebrannt wurde.

Im südlichen Kreisteil mussten die Polizeibeamten zu mehreren Schlägereien ausrücken. Unter anderem in Allendorf, Röddenau und Frankenau gab es handfeste Auseinandersetzungen bei privaten Feiern, in einem Fall endete dies mit einer gebrochenen Nase.

Auch in Bad Wildungen flogen die Fäuste in der Silvesternacht mehrfach, nähere Angaben dazu machte die Polizei allerdings nicht. Alkohol am Steuer spielte in der ersten Nacht des neuen Jahres kaum eine Rolle. Der einzige Fall, der sich am frühen Morgen in Röddenau ereignete, hatte es dagegen in sich: Ein 18 Jahre alter Fahranfänger ohne Führerschein krachte mit dem VW Polo seiner Schwester in Röddenau gegen eine Laterne. Nach dem Unfall in der Straße Am Niederfeld machte sich der junge Mann trotz eines Totalschadens am Auto mit dem Polo aus dem Staub.

Ein Zeuge beobachtete, dass der Unfallfahrer nach Frankenberg zu einer Tankstelle und anschließend zurück nach Röddenau fuhr. Die verständigten Ordnungshüter trafen den polizeibekannten Mann bei Verwandten an, er stand deutlich unter Alkoholeinfluss.

Der 18-Jährige ohne Führerschein sei nun schon zum dritten Mal beim Fahren erwischt worden, hieß es. Die Polizei ordnete eine Blutentnahme im Krankenhaus an und leitete ein Strafverfahren ein. Der Schaden am Auto beträgt 3000 Euro, der an der Straßenlaterne 1000 Euro.

Ebenfalls reichlich Alkohol im Spiel war bei einem eher kuriosen Fall in Mengeringhausen, der den Polizeibeamten nach arbeitsreicher Nacht ein Schmunzeln entlockte: Ein 44 Jahre alter Mann mit nur einem Schuh erschien am frühen Morgen auf der Wache und bat die Beamten um Hilfe. Der zweite Schuh befand sich, ebenso wie die Wohnungsschlüssel des alkoholisierten Arolsers, noch bei der Party, bei der man den Gast rausgeschmissen hatte. „Weil er ein böses Wort gesagt hatte“, meinte die Polizeibeamtin, „was ich hier nicht wiederholen möchte“.

Die Freunde und Helfer statteten der Feier einen kurzen Besuch ab, holten Schuh und Schlüssel und schickten den 44-Jährigen anschließend nach Hause. Zu Fuß, versteht sich, denn das Schuhwerk war nun wieder komplett und „frische Luft tut gut“, sagte die Beamtin mit einem Augenzwinkern.

Rettungsdienst und Feuerwehren hatten glücklicherweise wenige zu tun in der Silvesternacht. Die letzten Einsätze des alten Jahres verzeichneten die Feuerwehren in Bad Wildungen, Rodenbach und Korbach: In der Badestadt hatte die Brandmeldeanlage der Fürstengalerie ausgelöst, nachdem Jugendliche in einem Treppenhaus einen Böller gezündet hatten. Laut Onlineportal badestadt.de löste der aufsteigende Rauch die auomatische Brandmeldeanlage aus, 33 Feuerwehrleute waren gegen 19 Uhr im Einsatz. Sie brauchten lediglich einen Elektrolüfter einzusetzen.

In Rodenbach war es etwa zur selben Zeit zu einem Kaminbrand gekommen, und in Korbach war die Wehr nach einem Verkehrsunfall auf der Umgehung im Einsatz. Die ersten und bislang einzigen Feuerwehreinsätze des neuen Jahres verzeichneten die Blauröcke in der Kreisstadt: Gegen Mitternacht brannten vor einem Geschäft in der Altstadt Teile der Dekoration, die ein Anwohner bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte bereits selbst gelöscht hatte.

Etwa eine Stunde später ging der nächste Alarm bei der Wehr ein: Im Jakobspfad brannten Reste von Feuerwerk, Verpackung und Teile einer Böschung. Die Feuerwehr löschte die Flammen mit dem Schnellangriff. (jun)

www.112-magazin.de

Quelle: HNA

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