Zu viel Wind stört beim Bau des Windparks Gemünden

Besser nicht betreten: Auf der Baustelle lauern viele Gefahren

Gemünden. Manchmal ist es zu windig im zukünftigen Windpark Gemünden. Zumindest für die Bauarbeiten. Trotzdem geht der Bau voran und noch im Dezember sollen die ersten Anlangen ans Netz.

„Wir hätten gerne gezeigt, wie die Module zusammengesetzt werden, aber dafür ist der Wind heute zu stark“, sagt Stefan Kieweg, Prokurist der VEW (Gesellschaft für Erneuerbare Energien), bei der Baustellenbesichtigung. Trotzdem liege man im Zeitplan. Inzwischen sind alle Fundamente gegossen, drei der sieben Stahlbetontürme sind schon fertig gebaut, einer befindet sich in der Endphase.

Gebaut wird in mehreren Etappen. Der Betreiber ist die Windpark Gemünden GmbH, eine Tochter der VEW. Verschiedene Firmen sind am Bau beteiligt. Eine davon ist die Firma Ventur aus Siegen. Sie ist für den Bau der Fundamente und der achteckigen Stahlbetontürme bis auf 80 Meter zuständig. Diese werden nach dem Baukastenprinzip aus zehn Meter hohen und fünf Metern breiten Elementen zusammengesetzt, erklärt Bauleiter Ali Jawd.

Ende Oktober soll diese Bauphase abgeschlossen sein. „Aber wir sind natürlich vom Wetter abhängig“, sagt Jawd. Besonders Probleme macht dabei momentan der Wind: Dessen Stärke spricht für den Standort, erschwert aber den Bau, da strenge Sicherheitsauflagen gelten. „Wir wollen ja nicht, dass ein Bauteil herunterkracht“, sagt Jawd. Diese Auflagen und die Gefahren sind auch der Grund, warum davon abgeraten wird, das Gelände eigenmächtig zu erkunden. Und auch angemeldete Besucher müssen erst einer Einweisung zuhören sowie Sicherheitsschuhe, eine Warnweste und einen Helm tragen.

Je höher die Anlagen werden, umso anfälliger ist der Bau für Wind. „Wir arbeiten nur bei Windgeschwindigkeiten bis neun Meter pro Sekunde beim Turmbau“, sagt Jawd. Wettervoraussagen seien vielfach wenig brauchbar, da Wetterstationen oft niedriger als Windkraftanlagen seien. Noch mehr dürfte sich der Wind im nächsten Bauabschnitt bemerkbar machen: Dann werden auf die Turmstrukturen durch die Firma Nordex Stahlrohrsegmente gebaut. So wächst der Turm auf 140 Meter. „Die Kollegen brauchen aber noch geringere Windgeschwindigkeiten“. Laut Kieweg wird momentan die Strecke festgelegt, auf der der Großkran für diesen Bauabschnitt angeliefert wird. Außerdem würden momentan Genehmigungen für die Schwertransporte eingeholt, mit denen die Rotoren nach Nordhessen kommen.

Noch immer glaubt Kieweg an den Start in diesem Jahr. Zumindest für einen Teil der Anlagen. Aber Komplikation könne es immer geben und nicht immer seien die voraussehbar. So habe sich etwa durch den kalten Winter der Lebenszyklus der Haselmaus verschoben. Um die Population zu schützen, habe man zwar die Bäume wie geplant im April fällen können, die Wurzeln aber erst im Mai entfernt.

Der Naturschutz war auch der Grund, warum statt der ursprünglich geplanten elf Anlagen nur sieben errichtet werden. Es waren Standorte wegen artenschutzrechtlicher Bedenken der Oberen Naturschutzbehörde weggefallen. Die Behörde hatte Bedenken wegen der Nähe zu Brutplätzen und wegen eines vorhandenen Kleinvogelzugkorridors, sagte VEW-Geschäftsführer Schaller damals.

Der Windpark in Zahlen:

2,4 Megawatt soll jede Anlage erzeugen. 16,8 Megawatt erbringt der Park insgesamt.

3,20 Meter tief reichen die Fundamente der Anlage in den Boden. 20 Meter sind sie im Durchmesser.

7 Windkraftanlagen werden hier gebaut. 11 sollten es ursprünglich werden.

35 Millionen Euro kostet die Errichtung des Windparks.

117 Meter ist der Rotorendurchmesser.

140 Meter ist die Nabenhöhe der Windkraftanlagen.

183 Hektar ist die Vorrangfläche groß auf der der Windpark entsteht.

199 Meter hoch wird eine Anlage inklusive Rotorblatt sein.

Bau des Windparks Gemünden geht voran

Quelle: HNA

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